Schlechtester Tag seit Langem

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metoo
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Schlechtester Tag seit Langem

Beitragvon metoo » 03.04.2018, 17:55

Hallo liebe Mitlesende,

ich weiß ich schreibe nichts neues, aber ich muss heute nochmal schwere Brocken von meiner Seele werfen...Heute ist nochmal ein total schlechter Tag für mich. Ich hatte die letzten Wochen das Gefühl, dass es nicht mehr so schlimm ist bzw. langsam bergauf geht. Auch vor meiner Periode war noch alles gut, der Zyklus war diesmal 27 Tage lang, was ja auch normal ist. An einigen Tagen war ich sogar voller Tatendrang, habe im Garten gewerkelt und hatte Spaß an dem was ich tue.
Als ich meine Periode dann letzten Donnerstag bekam ging es wieder langsam los: Die Unruhe war wieder da, das Gedankenkreisen und die Zweifel:Ob ich schon alles getan habe was ich tun kann, ob ich jemals wieder gesund werde... ich sitze gerade hier und während des Schreibens weine ich wie ein kleines Kind. Ich wünsche mir nichts mehr als dass ich endlich wieder die Frau bin die ich vorher war. Wenn ich in diese "schwarzen Löcher" falle ist fast jede Zuversicht, die ich vorher wieder hatte, meilenweit weg. Auch wenn ich weiß dass es auch zwischendurch wieder gute Tage gibt, kann ich das dann fast nicht sehen. Ich versuche es mir jeden Tag aufs Neue zu sagen: Es wird wieder, es wird wieder, es wird wieder. Es braucht nur Zeit.
Komisch war, dass ich dieses Mal wieder nur zwei Tage lang meine Periode hatte, diese war auch ziemlich schwach. Da muss es doch einen Zusammenhang geben. Letztes Mal war die Blutung 5 Tage lang und normal stark, und es ging mir den letzen Zyklus besser??? Ich versteh bald gar nichts mehr, jeder Zyklus ist anders. Letztes Mal war die Unruhe nur vor der Periode da, dann mit Einsetzen der Blutung wie weggepustet.

Ich warte momentan auf das Ergebnis des Hormonspeicheltests, ich bin sehr gespannt was dabei herauskommt. Mittlerweile ergänze ich Vitamin D3 und Magnesium, ob es was bringt kann ich noch nicht sagen. Hat jemand von Euch Erfahrungen gemacht wie lange es dauert bis man eine Wirkung spürt? Außerdem habe ich begonnen meine Ernährung umzustellen, esse weniger Kohlehydrate und Fleisch. Sobald das Ergebnis vom Test da ist soll ich mich bei meiner Heilpraktikerin melden wegen einem neuen Termin. Ein Termin bei einer Endokrinologin sowie in der psychosomatischen Gynäkologie steht auch noch an. Ich zweifle immer wieder was mit mir los ist, vor diesem ganzen Hormonzirkus war ich ein fröhlicher Mensch und mit meinem Leben zufrieden, und jetzt???? Deshalb auch der Termin in der gynäkologischen Psychosomatik...Andererseits hat mir die Psychologin, bei der ich letzten Herbst ja zu Probegesprächen war auch gesagt dass ich kein psychisches Problem hätte. Ich bin einfach nur fertig und will wieder Licht sehen, will dass mir endlich jemand hilft. Wie seid Ihr mit diesen Tiefs umgegangen? Tipps nehme ich liebend gern entgegen.

Liebe Grüße an alle - eine total verzweifelte metoo :smile_crying:

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Susanne1978
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Re: Schlechtester Tag seit Langem

Beitragvon Susanne1978 » 03.04.2018, 20:34

Hallo Metoo, richtig gute Tipps kann ich dir leider nicht geben, aber diese schlimmen Tage kenne ich auch. Vor allem, ob das tatsächlich aufhört oder ich immer darin gefangen bleibe.

Ich versuche mich dann einfach abzulenken. Lese zum Beispiel sehr viel. Es gibt unglaublich viele Richtungen, wo ich mich mittlerweile bei uns in der Bücherei sehr gut einbringen kann.

Und ich gehe raus. In den Wald und genieße die Natur. Beobachte Vögel, Tiere, einfach alles mögliche.

Mit meiner Tochter versuche ich mich dann intensiv zu beschäftigen, sowie sie es will....

Es ist hart, ich weiß. Es kann auch keiner verstehen, der nicht diese Symptome hat. Versuche nicht dagegen anzugehen. Nimm sie hin. Mir tut der Yoga und die Philosophie davon sehr gut und hilft mir. Genauso wie Meditation. Es gibt auf YouTube geführte Entspannungsübungen. Das tut mir auch gut.

Lieber Gruß
Susanne
LG Susanne :smile_flower:

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Wanda
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Re: Schlechtester Tag seit Langem

Beitragvon Wanda » 03.04.2018, 21:41

Liebe metoo,
lass es einfach zu. Kämpfe nicht auch noch gegen dich. Es ist besch....Ich weiß, aber das Ding ist raus und nun gib deinem Körper die Zeit die er braucht. Mein Zyklus ist mit 41 bei Entfernung der M.auch nie wieder gut geworden. Einen richtigen Zyklus kann ich es nicht nennen - das PMS ist mir natürlich trotzdem geblieben... und Scheiß Tage wie du sie beschreibst. Ich habe mir Magnesiumöl gekauft um wieder ein bisschen Mineralien zuzuführen gegen die Watte im Kopf. Das hat früher schon mal geholfen, hatte es irgendwie vergessen und gestern hier im Forum gelesen. Es tut gut von Zeit zu Zeit Tips der anderen Frauen zu lesen und es hilft manchmal nur das Wissen darum, es sind so viele wie du. Du bist nicht die Einzige und ne Macke hast du auch nicht. Na abgesehen von der üblichen Meise.
Ich drücke Dich
Wanda

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Kooper
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Re: Schlechtester Tag seit Langem

Beitragvon Kooper » 04.04.2018, 13:04

Liebe metoo,

Du schreibst es so auf den Punkt gebracht:
Die Unruhe war wieder da, das Gedankenkreisen und die Zweifel:Ob ich schon alles getan habe was ich tun kann, ob ich jemals wieder gesund werde... ich sitze gerade hier und während des Schreibens weine ich wie ein kleines Kind. Ich wünsche mir nichts mehr als dass ich endlich wieder die Frau bin die ich vorher war. Wenn ich in diese "schwarzen Löcher" falle ist fast jede Zuversicht, die ich vorher wieder hatte, meilenweit weg. Auch wenn ich weiß dass es auch zwischendurch wieder gute Tage gibt, kann ich das dann fast nicht sehen. Ich versuche es mir jeden Tag aufs Neue zu sagen: Es wird wieder, es wird wieder, es wird wieder. Es braucht nur Zeit.
Genau dieser Text hätte von mir stammen können! Es ist wirklich grausam, ich weiß genau, was Du meinst! An einem Tag sieht es alles nach einem Lichtstreif am Horizont aus, man meint, man sei auf einem guten Weg, ganz zart empfindet man wieder Freude an Dingen, die einem vor diesem endokrinen Urknall etwas bedeutet haben - und zack, ist das schwarze Loch da. Ohne Anlass, ohne Vorwarnung. Und dann ist da nur noch Hoffnungslosigkeit. Man versteht sich selbst nicht, dass man sich sooooo mies fühlen kann, wenn doch "eigentlich" so ziemlich alles in Ordnung ist. Die Sonne scheint, es riecht nach Frühling, man hat zu essen und zu trinken und ist nicht im Krieg.... und man möchte lieber sterben als das eine Minute länger ertragen zu müssen :smile_worried:

Liebe metoo, leider kann ich Dir keine wirkliche Hilfe bieten. Mir half nur "Strecke machen", immer weiter irgendwie auszuhalten. Ich war dann froh, wenn ich mich nicht verletzt oder sonst irgendwie bestraft habe. Dem Alkohol konnte ich oft nicht widerstehen. Ist zwar nicht das Wahre, hat mir aber manchmal geholfen (das soll natürlich keine Anregung sein, es ebenso zu machen - ich weiß, dass das eigentlich keine Lösung ist).

Und irgendwann wurde es (meist auch ohne Anlass) wieder etwas besser. Und dann hatte ich wieder Kraft zu kämpfen, jeden Tag ein bisschen mehr.

Zweifle nicht an Dir. Du kümmerst Dich um Untersuchungen, stellst Deine Ernährung um, gehst an die frische Luft (Garten). Das Problem ist, dass die Ärzte echt nicht helfen (können). Ich denke immer noch, dass die HS so wenig erforscht sind, dass sie wie Ü-Eier sind: jeder von uns reagiert anders: eine hat die Beschwerden vor, die nächste während und wieder eine andere nach der Periode, bei einigen stellt sich eine Monsterblutung nach dem Ziehen ein, andere (wie ich) haben nach dem Ziehen postmenopausale Werte und es reguliert sich nicht wieder....

Es ist alles ein riesiger Mist, und es tut mir leid, Dir keine wirkliche Strategie anbieten zu können! Die "üblichen Verdächtigen" wie Entspannungstherapien, Yoga, Baden, Atmen, bla bla kennen wir ja ohnehin alle - mir selbst hat in den Tiefs wirklich gar nichts geholfen außer "aushalten".

Es wird wieder besser, ganz bestimmt !

Ich kann Dir nur insoweit Mut machen:
Jedes Mal, wenn ich wieder so eine Scheiß-Zeit überstanden hatte, war danach irgend etwas besser. Irgend eine Angst verschwand, oder die Unruhe wurde weniger, oder ein Selbstverletzungs-Drang hatte sich aufgelöst. Als ob die Tiefs Folge einer erneuten Entgiftung waren!

Ich schicke Dir ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen, möge es ein kurzes Tief sein und die Verbesserungen danach groß!!!!

LG Kooper

PS: Verspreche Dir vom Endokrinologen bitte nicht allzu viel. Die meisten haben in Sachen HS ebenso wenig Ahnung wie die anderen Ärzte, frau wartet monatelang auf einen Termin und geht danach erneut frustriert und wütend nach Hause - so ging es mir jedenfalls, und ich habe das hier leider schon öfter gelesen...
Kooper, Baujahr 1970, in Partnerschaft, keine Kinder
1. Mirena 2003 - 2009, 2. Mirena 2009 - 2013


Was bringt den Doktor um sein Brot ?
a) die Gesundheit b) der Tod.
Drum hält der Arzt, auf daß ER lebe,
Uns zwischen beiden in der Schwebe.
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metoo
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Re: Schlechtester Tag seit Langem

Beitragvon metoo » 04.04.2018, 13:24

Hallo!

Danke fürs Mitlesen und Eure aufbauenden Worte. Es tut gut zu wissen dass andere mit einem fühlen und vor allem wissen wovon man schreibt. Ich kämpfe weiter, auch wenn es so schwer ist!

Ich denke ich werde mich wieder melden wenn die Arzttermine hinter mir liegen.

Nochmal vielen Dank für Eure Worte.

Metoo

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