1. Meine Mirena Story

Meine persönlichen Erfahrungen mit Mirena.

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Jane
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Beitragvon Jane » 01.07.2004, 21:24

Liebe Katja, auch ich geistere seit vielen Wochen auf dieser Seite herum, hergekommen bin ich durch ein tiefes Misstrauen, das mich beschlich, als mir ein Arzt nach einem gynäkologischen Eingriff dringendst dazu riet, mir die Mirena legen zu lassen. Hintergrund ist, dass ich vor ca 10 Jahren die Pille aus Unverträglichkeitsgründen (und mittlerweile auch Unwillen) abgesetzt hatte. Zunächst war alles ganz wunderbar, ich fühlte mich wie neugeboren, alles stimmte. Und dann die merkwürdige Entwicklung seit ca 4-5 Jahren, dass meine Periode so stark wurde, dass ich regelrecht wegschwamm.Drei Grosspackungen OB superplus UND gleichzeitig superdicke Binden, die ich im Monat paketeweise verbrauchte, haben nicht nur irgendwie genervt, sondern mich total geschlaucht, körperlich wie mental. Mein damaliger Gyn zuckte nur mit den Schultern und verstand es überhaupt nicht, warum ich nicht wieder die Pille nehmen wollte.Seine Versuche, dem Problem mit Mönchspfefferpräparaten beizukommen, habe ich brav 3 Jahre mitgemacht, gebracht hat es gar nichts, bis auf die Erkenntnis, dass auch dieser Gyn nur ein Handlanger der Hormonmafia ist. Die Diskussionen mit ihm waren äusserst unfruchtbar und erinnern mich teilweise an die ignoranten Äusserungen, die einige hier zu hören bekommen haben. Die nächste Adresse waren eine naturheilkundlich orientierte Gynäkologin, die ist schon um Klassen besser, hat aber mit ihrem empfohlenen homöopathischen Mittel zunächst auch nichts erreicht. Um noch eine weitere Meinung einzuholen- denn das Problem hatte sich inzwischen so ausgeweitet, dass ich krankgeschrieben werden musste- war ich bei dem Gyn, der mir die Mirena mit genau den Worten empfahl, die ich zu meinem Erstaunen hier in gleichem Wortlaut wiederfand, Du kennst die Werbestrategie ja zur Genüge. Da ich seit vielen Jahren in einer Apotheke tätig bin, hat es mich schon sehr stutzig gemacht, dass es angeblich ein Hormonpräparat ganz ohne Nebenwirkungen geben soll?! Hä?!Wie geht das denn?! In meiner Ausbildung habe ich mal gelernt" Keine Wirkung ohne Nebenwirkung- je stärker die Wirkung, desto stärker die Nebenwirkung"... Nach einem langen Gespräch mit meinem Partner, der diese Möglichkeit sofort ablehnte, war ich allerdings zunächst eher verunsichert, stell Dir mal vor, Dir verspricht plötzlich einer die SUPERLÖSUNG aller Probleme, nicht nur die Verhütung, nein auch die Blutungen gehen weg und sogar meine Myome in der Gebärmutterwand sollten unter der Mirena schrumpfen. In der Fachinfo steht allerdings , dass Myome eine Gegenanzeige darstellen, toll, nicht wahr?
So kam es, dass mich dieses Thema einfach nicht mehr losliess. Ich stiess recht schnell auf solche Seiten im Netz, die sich kritischer mit dem Thema auseinandersetzen, als es all die netten Berichte in Frauenzeitungen etc so darstellen. Diese Seite ist dabei die informativste, Kompliment an dieser Stelle!!!
Katja, hast Du Zugang zur Fachinfo der Firma Schering? Melde Dich bei Interesse.

Gast

Beitragvon Gast » 01.07.2004, 21:46

Hallo Jane,
auch ich habe die Mirena vor 6 Jahren wegen starker Blutungen und mehrerer kleiner Myome gelegt bekommen. Die ersten 8 Monate waren zwar ein wenig unangenehm mit Schmierblutungen und Ziehen im Bauch, aber danach hatte ich keine Nebenwirkngen mehr, die Blutungen hörten ganz auf (allerdings bin ich sowieso im Wechseljahre-Alter) und die Myome sind geschrumpft. Ich glaube, ein Myom ist nur dann eine Kontraindikation, wenn es die korrekte Lage der Spirale verhindert.
Es könnte durchaus sein, dass Deine Probleme durch die Mirena gelöst würden. Nebenwirkungen treten bei jedem "Medikament" auf, aber nicht bei jeder Anwenderin. Leider weisst Du im Voraus nicht, ob Du zu der Gruppe gehörst, die Probleme bekommt. Der eigentliche Skandal ist ja, dass die Nebenwirkungen nicht veröffentlicht und sogar verleugnet werden und dass die Ärzte nicht informiert sind. Wobei dahingestelt sei, ob sie nicht informiert werden oder ob sie sich nicht informieren.
Lea

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Jane
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Beitragvon Jane » 02.07.2004, 13:48

Liebe Lea, hast Recht, was mich an der Sache so frustriert ist, dass die meisten Ärzte sich nicht mit den Einwänden oder Vorbehalte ihrer Patientinnen auseinandersetzen wollen.Oft wird es so dargestellt, dass es keine Alternative zu ihrem Vorschlag gäbe. Das mag auch wohl in vielen Fällen so sein. Aber macht sich ein Arzt nicht schuldig, wenn er es versäumt, über andere Möglichkeiten nachzudenken oder für seine Patientin zu recherchieren oder weiterzuvermitteln? Das ist doch das, was ich als Laie vom Fachmann erwarte. Und nicht, dass ich mich selber schlau machen muss. Ich habe zunächst mal nur mein Gefühl, aber selbst dem wird ja beim Gyn misstraut. Ich unterstelle keinem Arzt etwas Böses, ein jeder handele nach bestem Wissen und Gewissen.Ich finde, wie Du, dass ein Arzt verpflichtet ist, Risiken und mögliche Nebenwirkungen zur Sprache zu bringen, statt diese zu verleugnen.Ich habe jedenfalls für mich eine Alternative gefunden und bin im Nachhinein froh, mich nicht auf das Experiment Mirena eingelassen zu haben.Versteh das bitte nicht falsch, für die meisten ist sie sicherlich die optimale Lösung, aber ich möchte einfach umfassend informiert werden, und ernstgenommen werden, bevor ich meine Entscheidung treffen kann.Dieses Recht fehlt einfach vielerorts. Hättest mal sehen sollen, was für eine "tolle" Reaktion ich bekam, als ich mir nur Bedenkzeit ausgebeten habe.

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Katja
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Beitragvon Katja » 05.07.2004, 13:13

Hallo Jane.

meinst du die Gebrauchsinfo der Mirena ?

LG Katja

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YLVIE
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Beitragvon YLVIE » 06.07.2004, 11:57

Hallo Katja!

Ich bin seit 3 Monaten Mirenaträgerin und fühle mich total beschissen.
Anfangs habe ich mir gedacht, eigentlich ist dies die beste Verhütungsmethode für mich, weil ich ständig die Pille vergessen habe. Ich bin 22, habe keine Kinder und will so schnell keine.

Meine derzeitige Situation:
In diesen drei Monaten habe ich 6kg zugenommen (6kg!!!! :evil: obwohl ich normal esse und relativ viel Sport betreibe) und mein psychischer Zustand hat sich drastisch geändert). Sicherlich war ich immer schon ein etwas labiler Mensch, aber seitdem ich dieses Ding in mir habe, drehe ich komplett durch. Ich bin aggressiv geworden -zu meinen Mitmenschen und zu mir selber-
Ständig habe ich Unterleibsschmerzen und Ausfluss (eklig....) - was mein FA als normal bezeichnete in der Anfangsphase-

Ständig habe ich mir gedacht: "Ich probiere es noch eine Zeit, weil es doch eine große Investition war"
Jedoch heute -dank deinem Forum, das mich in meiner Meinung und in meinem Fühlen kräftig unterstützt hat- bin ich an dem Punkt angelangt wo ich sage: "MEINE GESUNDHEIT HAT VORRANG!"

Aber dann kommen wieder die Gedanken, was soll ich nach Mirena machen?? Die Pille will ich nicht nehmen (generell keine hormonellen Behandlungen mehr -ich will endlich wieder ich sein) und Kondome sind mir zu unsicher. Das lässt mich bei meinen Entscheidungen immer schwanken.

Melly

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YLVIE
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Beitragvon YLVIE » 06.07.2004, 17:26

Hallo Katja!

Danke für deine schnelle Antwort.
Nun fühle ich mich etwas gestärkt, jedoch weiß ich noch immer nicht genau, wann ich dieses Ding entfernen soll. Sollte ich nicht doch noch einen Monat warten?? Vielleicht pendelt es sich noch ein?? Vielleicht bilde ich mir diese ganzen Symptome nur ein??
Fragen um Fragen. Aber das kennst du sicher.....
Dann stehe ich wieder da und merke, irgend etwas böses ist in meinem Körper. Ich spüre das. Irgendwie führe ich wie eine Art Selbstgespräche mit diesem Fremdkörper. Ist dir das auch so ergangen??

Besteht eigentlich eine Möglichkeit, dass ich mein Geld nach so kurzer Zeit zurück erhalte??
Was ist, wenn meine Nebenwirkungen nach dem Ziehen doch noch anhalten??
Was ist, wenn bei mir das mit der Temperaturmethode nicht richtig funktioniert und ich schwanger werde??

lg melly

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Katja
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Beitragvon Katja » 07.07.2004, 19:35

Hallo YLVIE :arrow: ,

leider kann ich Dir auf die letzen 3 Fragen keine pauschale Antwort geben, da alles nunmal von Frau zu Frau verschieden ist.

Geldzurückgarantie gibts nur bei wenigen Frauenärzten. Aber frag doch mal nach, falls Du Dich zum Ziehen entscheidest, vielleicht hast du ja Glück. :)

Am besten du setzt dich zunächst mal hin und schaust wieviele andere Ursachen Deiner Beschwerden es geben könnte. Immerhin muss ja Mirena nicht immer schuld an allem tragen. Ich denke einbilden kann man sich Deine Symptome nicht. Falls Deine Beschwerden erst mit Einsetzen von Mirena aufgetreten sind und Du sonst keine anderen möglichen Ursachen findest, dann machst Du mal eine Vorteile / Nachteile Liste und dann wägst du ab ob Mirena raus soll oder nicht. Wenn es nicht soo schlimm ist, dann probiere es noch ein Weilchen aus, vielleicht pendelt sich auch alles noch ein... man weiss es wie gesagt eben nicht.
Man ist leider immer erst hinterher schlauer :oops:

Wenn Du dich mit der Temperaturmessmethode unwohl fühlst und es ein Drama wäre falls es doch mal daneben geht und du schwanger wirst...
(eine hunderprozentige Sicherheit hast du leider nie) dann bleiben leider nur hormonelle Verhütungsmethoden :oops:

Leider kann ich Dir nicht wirklich weiterhelfen, weil die Entscheidung musst Du immer ALLEINE treffen. Es ist ja Dein Körper und Deine Gesundheit.

Ich wünsch Dir auf jeden Fall, die beste Entscheidung für Dich ! :D

LG Katja

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Jane
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Beitragvon Jane » 07.07.2004, 20:43

Hallo, Katja, sorry, dass ich mich erst jetzt wieder melde.Es ist so, dass für gewisse Fachkreise, dazu zählen Ärzte, Krankenhäuser und Apotheken, sogenannte Fachinformationen von den pharmazeutischen Herstellern auf Nachfrage zugesendet werden.Oft wird so eine Fachinfo schon gleich nach Zulassung eines Arzneimittels unaufgefordert an bereits bekannte Adressen versendet,und wie der Name schon sagt, sollen das eigentlich keine Informationen für den Laien sein.

Gast

Beitragvon Gast » 08.07.2004, 07:55

Guten Morgen Katja :) !

So, ich habe mich in den letzten Tagen für eine Vorangehensweise entschieden, denn ich möchte auf keinen Fall eine überstürzte Entscheidung, wie beim Einsetzen treffen.
Als erstes werde ich eine Gesundenuntersuchung machen lassen, so lange sie bei uns noch gratis ist, und als zweites werde ich jetzt eine Zeit lang ab fünf Uhr abends nichts mehr essen (nur noch Tee trinken).
Mal schauen was herauskommt. :?:


Aber weißt du, viele Nebenwirkungen waren mir gar nicht bewusst (Weinanfälle -von einer Sekunde auf die andere und das ohne Grund-, Wutausbrüche -mit dem Kopf gegen die Wand springen-.....), bevor ich diese Seite gefunden habe. Ich habe manche Dinge still schweigend geschluckt und nicht lange darüber nachgedacht und jetzt wird mir eigentlich bewusst, was Mirena mit mir anstellen könnte oder angestellt hat.

Das mit der hormonellen Verhütung habe ich mir nochmals durch den Kopf gehen lassen und ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich fertig bin mit solchen Präparaten. Ich will nicht mehr und ich merke genau wie sich mein Körper gegen solche Dinge streubt. Wahrscheinlich werde ich doch auf die Temperaturmethode zurückgreifen.

Ich danke dir nochmals für deine Hilfe und werde dich auf dem laufenden halten.

liebe Grüße Melly :lol:

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susi911
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Re: 1. Meine Mirena Story.

Beitragvon susi911 » 25.08.2004, 16:55

Hallo Katja,

"Danke", daß Du dieses Forum initiiert hast...

Gruß, ...

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