Hormonelle Verhütung,Risiken,Folgeerkrankungen usw.

Hier kannst Du uns wichtige Informationen mitteilen.

Benutzeravatar
Mondi
Moderatorin
Beiträge: 1039
Registriert: 07.04.2005, 22:09

Hormonelle Verhütung,Risiken,Folgeerkrankungen usw.

Beitragvon Mondi » 13.08.2008, 10:55

Gallensteine: http://www.netdoktor.at/krankheiten/fak ... steine.htm

erhöhte Leberwerte bzw. Lebererkrankungen (das steht sogar in der Packungsbeilage verschiedener Pillen)

Das Risiko an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken ist erhöht, wobei natürlich nicht ganz geklärt ist, inwiefern die sexuelle Aktivität damit zusammenhängt: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1838 ... d_RVDocSum

Ebenso das Brustkrebsrisiko (Studien wurden zwischen 1998 und 2002 durchgeführt - eine Tendenz zur Kontrazeptiva lässt sich erkennen): http://www.whi.org http://www.whi.org

"Auch die Einnahme von Hormonen beeinflußt die Schilddrüsenfunktion. Die Pille kann eine Unterfunktion herbeiführen und eine Hormoneinnahme in den Wechseljahren die Interpretation der Schilddrüsenwerte verfälschen"

Quelle: Pfannenstiel,P. Hotze,L.-A.: Wirksame Hilfe bei kranker Schilddrüse, Trias 1997

"Ein Viertel bis ein Drittel aller aktiven oder ehemaligen Pillenbenutzerinnen leiden erfahrungsgemäß früher oder später an Störungen der Schilddrüse"

Quelle: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/ne ... le-ia.html

Zur Schilddrüse und andere hormonelle Prozesse im Körper, die von der Pille beeinflusst werden, gibt es noch ein pdf eines Arztes (etwas weniger wissenschaftlich): http://www.tierversuchsgegner.org/texte ... yndrom.pdf

"Hormonelle Effekte bei der Entstehung von Autoimmunität werden aus der hohen Inzidenz für die Produktion von Autoantikörpern und dem Auftreten von Autoimmunerkrankungen beim weiblichen Geschlecht während der Pubertät, im Zusammenhang mit der Einnahme von oralen Kontrazeptiva und während der Schwangerschaft abgeleitet"

Quelle: Quelle: Kuhlmann, Wolf (2006): Autoimmune Systemerkrankungen. Darmstadt.

"Der Lupus, eine systemische Autoimmunerkrankung des ganzen Körpers, wird möglicherweise durch die Verbreitung der östrogenhaltigen Anti-Baby-Pille, der Einnahme von Medikamenten überhaupt, die veränderten Schönheitsideale der heutigen Zeit ("braune" Haut) und das Ozonloch gefördert. Östrogene und eine Vielzahl weiterer Medikamente sowie UV-Strahlung können bei dieser Erkrankung Schübe auslösen."

Quelle: Maxin, Dorothea (2002): Lupus erythematodes Lexikon. Darmstadt: Verlag für neue Medizin.

Benutzeravatar
Mondi
Moderatorin
Beiträge: 1039
Registriert: 07.04.2005, 22:09

Beitragvon Mondi » 14.08.2008, 10:04

Perimenstruelle Verschlechterung der Symptome sowie die bei betroffenen Frauen
festgestellten niedrigen Serumöstrogenspiegel haben zu der Annahme geführt, dass auch
hormonelle Faktoren zur Symptomatik beitragen. So haben Frauen, die vor dem 17.
Lebensjahr eine orale Kontrazeption beginnen, ein 11fach erhöhtes relatives Risiko, eine
Vulvodynie zu entwickeln (NUNNS, 2000).
Quelle:http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?i ... 150288.pdf

Atrophe Vulvadystrophie bei jungen Frauen - ein reversibles Krankheitsbild als Nebenwirkung von oralen Antikonzeptiva?

Ergebnisse:

Die Patientinnen zeigten einen einheitlich Phänotyp mit Atrophie von Clitoris und Labia minora sowie Rhagadenbildung im Bereich der Fossa navicularis. Anamnestisch fielen rezidivierende lokale Infektionen auf. Die Patientinnen hatten alle eine Langzeitanamnese mit diversen oralen Antikonzeptiva, 32 davon mit anti-androgenem Gestagenbestandteil. Nach Modifikation der Antikonzeption und Lokaltherapie mit Clobetasol und/oder Progesteronsalbe kam es zur vollständigen Rückbildung der Symptome und einer Regeneration des Oberflächenepithels. Bei einer Nachbeobachtungszeit von mindestens 12 Monaten trat bei lediglich einer Patientin ein Rezidiv auf, wobei diese die Antikonzeption erneut auf ein Dienogest-haltiges Präparat umgestellt hatte.

Diskussion:

Der Lichen sclerosus et atrophicus verläuft im Frühstadium meist hyperplastisch und kann unbehandelt in die atrophe Form übergehen. Bei den von uns beschriebenen Patientinnen ist ein primär atropher Lichen sclerusos et atrophicus daher eher unwahrscheinlich. Unsere Beobachtungen lassen die Hypothese zu, dass die langjährige orale Antikonzeption, vor allem mit anti-androgenen Gestagenen, in Einzelfällen zu reversiblen dystrophen Veränderungen im äußeren Genitalbereich der Frau führen können.
Quelle: http://www.thieme-connect.com/ejournals ... 006-952323

Hier steht,dies sei nur möglich bei Anti-androgenen Gestagenen,allerdings scheints auch bei anderen Gestagenen "zu funktionieren",laut einer Gynäkologin,die sich hier hin und wieder äußerte:
Ich lege Implanon nur sehr widerwillig und nachdem die Frau erst Cerazette oder die Dreimonatsspritze ausprobiert hat. Das ist wesentlich billiger und zeigt, ob man damit überhaupt zurecht kommt.

Bei der Hälfte der Frauen kann man zugucken, wie sie 10 kg aufpacken, wild durch die Gegend bluten oder andere Nebenwirkungen entwickeln.
Weder Cerazette, noch die Dreimonatsspritze noch Implanon hat eine Zykluskontrolle! da gibt es eigentlich nur zwei Varianten: entweder blutungsfrei vielleicht sogar mit Atrophieerscheinungen wie alte Frauen (s. Lichen sclerosus) oder wilde Dauerblutungen. Da kann ich nur sagen: viel Spaß für etwa 300,00 Euro für 3 Jahre ( Mirena ca. 330,00 Euro für Jahre!) + Kosten für die Entfernung, da das auch eine OP mit lokaler betäubung ist.

Benutzeravatar
Mondi
Moderatorin
Beiträge: 1039
Registriert: 07.04.2005, 22:09

Beitragvon Mondi » 14.08.2008, 19:57

Und noch was zum Thema Thromboserisiko und hormonelle Verhütung:
Das Risiko-Nutzen Verhältnis einer Reihe neuerer hormoneller Kontrazeptiva
wird aufgrund sich häufender Meldungen über teils gravierende Nebenwirkungen
in der Fachwelt diskutiert.
Hormonelle Präparate zur Verhütung der Empfängnis (Kontrazeptiva, „Die Pille“)
enthalten synthetische Sexualhormone, die in ihrer Wirkung den körpereigenen
Östrogenen und Gestagenen ähnlich sind. Es werden entweder Kombinationen
der beiden Hormone verabreicht (kombinierte orale Kontrazeptiva) oder das
Gestagen wird allein verwendet (Monopräparate). Auch implantierbare Systeme,
die Hormone über einen längeren Zeitraum im Körper freisetzen, stehen zur
Verfügung. Die wichtigsten Wirkungsmechanismen beruhen zum einen auf der
Hemmung des Eisprungs (Ovulation), zum anderen auf der Hemmung des
Aufbaus der Gebärmutterschleimhaut selbst, wodurch die Einnistung einer
Eizelle verhindert wird.
Neue hormonelle Kontrazeptiva werden seit November 2000 von Jenapharm
und Schering unter den Warenzeichen Petibelle® und Yasmin® angeboten. Sie
enthalten das Gestagen Drospirenon. Zwischenzeitlich sind in Europa 40
Berichte zu Beinvenenthrombosen in Verbindung mit Ethinylestradiol-
Drospirenon-Kombinationen erfasst, darunter zwei Todesfälle. Kürzlich ist eine
ausführlichere Dokumentation zu mehreren Thrombose-Fällen publiziert worden
(BMJ, 326, 2003, 257). U. a. starb eine 17jährige, bei der keine anderen
Risikofaktoren für eine Beinvenenthrombose bekannt waren, nach 6 monatiger
Einnahme von Yasmin® an einer Lungenembolie.
Abhängig vom Zeitpunkt ihrer Markteinführung werden Kontrazeptiva u.a. in
verschiedene “Generationen” eingeteilt. Zur 1. Generation zählen Norethisteron,
Norethisteronacetat und Lynestrenol, zur 2. Generation Levonorgestrel und zur
3. Generation Desogestrel, Etonogestrel und Gestoden. Dienogest und
Drospirenon sind Neuentwicklungen, die keiner “Generation” zugerechnet
werden.
Die Einnahme von Sexualhormonen wie der Pille verändert den natürlichen
Hormonhaushalt der Frau. Daher können neben der gewünschten
empfängnisverhütenden Wirkung auch eine Reihe von unerwünschten
Nebenwirkungen auftreten. Darüber hinaus gibt es auch Nebenwirkungen, die
als erwünscht eingestuft werden; diese führten zu Zulassungen von
Sexualhormonen für neue Indikationen, z.B. zur Behandlung von Akne,
Haarausfall, übermäßiger Behaarung vom männlichen Typ bei Frauen, bei
Regelbeschwerden oder zur Therapie von Eierstock-Zysten. Die unerwünschten
Nebenwirkungen umfassen u.a. migräneartigen Kopfschmerz, Spannungsgefühl
in den Brüsten, vorübergehende Gewichtszunahmen und Zwischenblutungen.

Benutzeravatar
Mondi
Moderatorin
Beiträge: 1039
Registriert: 07.04.2005, 22:09

Beitragvon Mondi » 14.08.2008, 19:59

Als schwerwiegende, jedoch seltene Nebenwirkungen sind Beinvenenthrombosen,
Herzinfarkt oder Schlaganfall einzustufen. Es gilt als gesichert, dass
Pillen der 3. Generation ein höheres Thromboserisiko als solche der 2. Generation
haben. Normalerweise treten 5-10 spontane Fälle von Beinvenenthrombosen
je 100.000 Frauen auf. Bei Einnahme von Pillen der 2. Generation
steigt diese Rate auf 20 Fälle und bei Pillen der 3. Generation auf 30-40 Fälle;
d.h. das Risiko erhöht sich etwa auf das Vierfache.
Lungenembolien als Folge einer Beinvenenthrombose (Thromboembolie) treten
bei etwa 10% der Fälle auf, 1% davon verläuft tödlich. Bei 1 Mio. Frauen, die ein
Jahr lang die Pille der 2. Generation einnehmen, ist demnach statistisch mit 3
Embolie-Todesfällen, bei der Einnahme von Pillen der 3. Generation mit 4,5 bis 6
Todesfällen zu rechnen, bei Erstanwendung sogar mit bis zu 9 Fällen (BMJ 323,
2001, 1). Insgesamt erhöht sich somit dieses Risiko durch Einnahme von Pillen
der 3. Generation um 50-70%.
Vergleichende Daten zum Thromboembolie-Risiko durch Drospirenon-haltige
Kontrazeptiva (z.B. Yasmin®) existieren zur Zeit noch nicht. Vermehrt weisen
Experten darauf hin, dass die Risiken dieser neuen Kontrazeptiva bisher noch
nicht hinreichend bekannt sind. Bisherige Meldungen, darunter auch Todesfälle,
zeigen, dass auch hier von einem erhöhten Risiko ausgegangen werden muss.
Der Zusammenhang zwischen der Entstehung eines Krebsleidens und der
Einnahme von Kontrazeptiva wird derzeit wissenschaftlich noch diskutiert. Das
National Toxicology Program (Report on Carcinogens, Tenth Edition, USA) hat in
seinem neuesten Bericht, der zur Zeit nur informativen und keinen rechtlichen
Bindungscharakter besitzt, “steroidale Östrogene” in die Liste potentiell
krebserregender Stoffe aufgenommen. Studien lassen vermuten, dass Östrogene
das Brustkrebsrisiko erhöhen, aber gleichzeitig das Risiko, an Eierstock- oder
Gebärmutterkrebs zu erkranken, senken.
Hormonelle Kontrazeptiva sind dabei von Präparaten, die bei der
Hormonersatztherapie Anwendung finden, streng zu unterscheiden (s. auch
Newsletter 4/2002).
Mit der Einführung von Mirena® (Levonorgestrel), Nuvaring® (Ethinylestradiol/
Etonogestrel) und Implanon® (Etonogestrel) kamen neue Anwendungsformen
auf den Markt. Es handelt sich hierbei um Kunststoffträger mit Hormonreservoir,
die entweder direkt in die Gebärmutter eingesetzt werden wie Mirena®
(IUP=Intrauterinpessar/Spirale) oder unter die Haut eingepflanzt werden wie
Implanon®. Die Applikation des Hormons erfolgt somit durch kontinuierliche
Abgabe aus dem Reservoir über einen längeren Zeitraum. Aufgrund der bisher
beobachteten z.T. schweren Nebenwirkungen, wie z.B. ein Durchbruch bzw. die
Perforation der Spirale durch die Gebärmutterwand (nach Einlage von Mirena® -
300 gemeldete Fälle) sind diese Systeme in die Kritik geraten.
Bei dem Präparat Nuvaring® steht neben dem verhältnismäßig erhöhten Risiko
einer ungewollten Schwangerschaft (Nuvaring® kann unbemerkt verloren
werden) vor allem die beobachtete erhöhte Rate an Scheidenentzündungen im
Vordergrund. Bei Implanon® werden Dauerblutungen mit starken Schmerzen und
die Entstehung einer Akne beobachtet.

Benutzeravatar
Mondi
Moderatorin
Beiträge: 1039
Registriert: 07.04.2005, 22:09

Beitragvon Mondi » 14.08.2008, 20:05

Insgesamt stellt die gesamte Gruppe der hormonellen Kontrazeptiva aus Risk
Management Sicht eine erhöhte Exposure dar. Eine seltene, aber gravierende
Nebenwirkung hormoneller Kombinationspräparate ist die Thromboembolie. Es
gilt als gesichert, dass Kontrazeptiva der 3. Generation im Vergleich zu denen
der 2. Generation diesbezüglich ein 50-70% erhöhtes Risiko haben. Das
Thromboserisiko Drospirenon-haltiger, neuerer Kontrazeptiva kann aufgrund
fehlender Studien noch nicht endgültig bewertet werden. Sich häufende
Meldungen über das Auftreten von Thrombosen (z.T. auch mit Todesfolge) lassen
jedoch auch hier auf ein erhöhtes Risiko schließen. Als Reaktion wurden
niederländische Ärzte von der zuständigen Behörde angewiesen, auf die
Verschreibung dieser Präparate zu verzichten. Auch neue Kontrazeptiva, wie das
intrauterine Pessar (IUP) Mirena® und der Vaginalring Nuvaring® sind aufgrund
des im Vergleich zu altbewährten Kontrazeptiva schlechteren Risiko-Nutzen
Verhältnisses in die Kritik geraten. Viele Experten bemängeln zusätzlich, dass
über die Langzeitsicherheit dieser Präparate noch zu wenig bekannt ist.
Bei Präparaten, die Hormone der 3. Generation enthalten und im Vergleich zu
denen der 2. Generation ohne einen Zusatznutzen ein stark erhöhtes
Thromboserisiko zeigen, kann der Haftpflichtversicherer im Rahmen der
Produkthaftung getroffen werden, wobei auch Marktrücknahmen nicht
auszuschliessen sind. Ein Beispiel hierfür ist Diane®; dieses Präparat wurde als
Kontrazeptivum 1994 vom Markt genommen und mit veränderter Indikation zur
Anwendung gegen Akne wieder auf den Markt gebracht.
Bei den implantierbaren Systemen ist das Risiko-Nutzen Verhältnis kritisch zu
hinterfragen. Auch hier sind Marktrücknahmen möglich.
Auch Drospirenon-haltige Kontrazeptiva können zukünftig zu Haftpflichtschäden
führen. Die zukünftige Nutzen/Risiko-Bewertung bleibt hier abzuwarten.
Der verordnende Arzt kann in Haftung genommen werden, wenn er keine
adäquate Aufklärung über Risiken, Nebenwirkungen oder Alternativen vornimmt.
Derzeit gilt die Aufklärung über die Einlage von Mirena® als Alternative zur
operativen Unterbindung der Eileiter als ärztlicher Standard. Es ist zu erwarten,
dass sich demnach die Anwenderinnenzahlen erhöhen und weiterhin mit
Berichten über schwere unerwünschte Nebenwirkungen gerechnet werden
muss.
Es ist nicht völlig auszuschließen, dass zukünftig ein Kausalzusammenhang
zwischen der Anwendung von synthetischen Sexualhormonen zur
Schwangerschaftsverhütung und einer Krebserkrankung hergestellt werden
kann. Auch in diesem Fall muss mit Marktrücknahmen gerechnet werden. In
Großbritannien wurde diesbezüglich bereits eine Sammelklage eingereicht, die
jedoch abgewiesen wurde. Dies muss jedoch nicht zwangsläufig bedeuten, dass
Gerichte anderer Länder ebenso entscheiden würden, insbesondere in
USA/Kanada.
Quelle:http://www.asstech.com/de/downloads/new ... eptiva.pdf

AssTech GmbH
Postfach 1211
85766 Unterföhring bei München
Telefon + 49 89 3844-1585
Telefax + 49 89 3844-1586
info@asstech.com
www.asstech.com

Benutzeravatar
Mondi
Moderatorin
Beiträge: 1039
Registriert: 07.04.2005, 22:09

Beitragvon Mondi » 14.08.2008, 23:12

Und noch ein paar interessante Dinge zu hormoneller Verhütung:

(es geht um die Abnahme der Spermien bei Männern,um die Hormonersatztherapie,wie künstliche Hormone die Partnerwahl beeinflussen,welchen Einfluss sie auf die Psyche haben können,ein paar Zeilen zur Pharma..)

http://www.i-p-p-m.de/Hormone_und_Psychotherapie.pdf


Sehr interessant,auch für die Mamas hier im Forum (die,die Töchter haben):
Schering läßt neue Nebenwirkungen der Anti-Baby-Pille erforschen
Fachmediziner befürchten negative Auswirkungen auf Knochenaufbau
Besonders betroffen sind junge Mädchen
Der Berliner Pharmakonzern Schering, einer der großen Anbieter von Anti-Baby-Pillen weltweit,
läßt seit 1996 in unterschiedlichen Studien mögliche neue Nebenwirkungen der Anti-
Baby-Pille erforschen. Es dreht sich um die sogenannten Mikro-Pillen, im Fachterminus "niedrigdosierte
orale Kontrazeptiva" genannt. Dies berichtet das ARD-Politmagazin REPORT
Mainz (SWR) unter Berufung auf die der Redaktion vorliegende vertrauliche Studie (Nr:
98089) mit dem Titel "Effekte niedrig-dosierter oraler Kontrazeptiva auf Parameter von Knochenstoffwechsel
und Knochendichte" des Schering-Konzerns. In dieser vertraulichen Studie
ist der sogenannte Prüfplan für die laufenden Untersuchungen formuliert. Nach diesem Prüfplan
arbeitet derzeit Professor Dieter Felsenberg vom Universitätklinikum Berlin (Benjamin
Franklin) mit sorgfältig ausgesuchten Probandinnen. Professor Felsenberg kann sich dabei
nach REPORT-Recherchen auf erste Ergebnisse einer Studie stützen, die in München im Auftrag
von Schering begonnen worden war. Die von REPORT interviewten Mediziner gehen allesamt
von der Gefahr eines reduzierten Knochenaufbaus aus, ganz besonders dann, wenn
die Mikro-Pille schon in jungen Jahren (14-18 Jahre) regelmäßig eingenommen wurde. Durch
diesen reduzierten Knochenaufbau drohen den Frauen vermehrt Knochenbrüche und später
ein erhöhtes Osteoporose-Risiko.
Dr.med. Manfred Hartard von der TU-München sagte gegenüber REPORT Mainz: "Die Mädels,
die in diesem Alter die Pille nehmen, müssen einfach damit rechnen, dass ihr Knochen
beeinflusst wird... Der Knochen wird einfach nicht mehr so kräftig, und er wird eventuell sogar
mehrfach brechen." Hartard bezieht sich bei seinen Aussagen auf eigene Untersuchungen
sowie auf Untersuchungen aus England und Italien.
Der Osteoporose-Experte Professor Dieter Felsenberg sagte gegenüber REPORT Mainz:
"Hypothetisch muß man davon ausgehen, das in diesem Alter (bei jungen Mädchen) die Knocheentwicklung
noch nicht abgeschlossen ist." Ich denke, "dass es eher negativ für die jungen
Mädchen ist, zu früh Gestargen-Östrogen-Kombinationen zu nehmen." Die beiden Hormone
sind die wesentlichen Bestandteile der Anti-Baby-Pille. Felsenberg hofft seine Studie im Auftrag
von Schering Ende 2001 abgeschlossen zu haben.
Schering selbst äußerte sich gegenüber REPORT Mainz schriftlich. Danach geht das Unternehmen
davon aus, dass ein "generelles Risiko eines negativen Einflusses auf den Knochenaufbau
junger Frauen (bei Pilleneinahme) nach Auffassung von Schering und der meisten
Fachleute ausgeschlossen werden kann." Nach dem REPORT vorliegenden Prüfplan von
Schering räumt der Konzern gleichwohl ein, dass es kontroverse Meinungen in der Wissenschaft
gebe. Deshalb wurde die Studie in Auftrag gegeben.
Die Anti-Baby-Pille wird in Deutschland von ca. 6 Millionen Frauen benutzt. Nach REPORT
vorliegenden Marktforschungen des Emnid-Instituts von 1998 werden die Benutzerinnen immer
jünger. Derzeit liegt das Durchschnittsalter bei der Erstanwendung bei 15.5 Jahren. 1,3 %
der Benutzerinnen sind sogar jünger als 14 Jahre. Im kommenden Jahr feiert die "Pille" ihren
40. Geburtstag.
Moderation: Bernhard Nellessen

Benutzeravatar
Mondi
Moderatorin
Beiträge: 1039
Registriert: 07.04.2005, 22:09

Beitragvon Mondi » 13.09.2008, 14:30

Noch eine interessante Seite zum Thema Nebenwirkungen von Pille und Co:
http://www.zentrum-der-gesundheit.de/ne ... le-ia.html

Benutzeravatar
Mondi
Moderatorin
Beiträge: 1039
Registriert: 07.04.2005, 22:09

Beitragvon Mondi » 11.12.2008, 21:52

Und hier kleinere Studien zum Thema Knochenmineraldichte und Pille (es geht um Pillen mit Levenogestrol und Desogestrel-Levenogestrel kennen wir alle noch von der Mirena ;-) )-wahrscheinlich wurden die Studien nicht mit mehr Teilnehmerinnen gemacht,weil die Pillenverticker sich sonst hätten mal äußern müssen,was sie usn da antun!!!):

Achja,je früher man anfängt mit den künstlichen Hormonen,desto schlechter natürlich für die Knochenmineraldichte...da wird man dann vor die Wahl gestellt (so argumentieren ja nicht nur die Gyns,sondern auch die Mamas)-gesunde Knochen oder Schwangerschaft (man sollte den Mädels vll von Anfang an erklären,wie wichtig der richtige Umgang mit Gummis ist und wenn der Freund die nicht akzeptiert-weg mit ihm!!! Wer will schon wegen nem pubertierenden Freund (gilt auch für die späteren Partner oder Ehemänner!!!)später Osteophorose???)
Age at first oral contraceptive use as a major determinant of vertebral bone mass in female endurance athletes.
Hartard M, Kleinmond C, Kirchbichler A, Jeschke D, Wiseman M, Weissenbacher ER, Felsenberg D, Erben RG.

Working Group MusculoSkeletal Interactions, Faculty of Sport Science, Technische Universität München, 80809 Munich, Germany. Manfred.Hartard@t-online.de



It was the aim of this retrospective analysis to examine the influence of low-dose monophasic oral contraceptives (OCs) on bone mineral density (BMD) of the femoral neck and of the spine in young female endurance athletes. Data on training intensity, dietary intake, menarche, menstrual cycle disorders, years of OC use, and age at first OC use were determined by a self-report questionnaire. Only athletes performing regular endurance exercise for more than 3 years with more than 3 h of exercise per week were included in this study and underwent a clinical assessment including measurement of weight, height, spine, and hip BMD by dual-energy X-ray absorptiometry, and collection of a blood sample. The data from 75 regularly exercising endurance athletes aged 18-35 years (26.5 +/- 4.8 years) were initially included in this analysis. Six athletes were later excluded due to oligo-/amenorrhea. Subjects were allocated into the OC group when they reported OC use for more than 3 years in women younger than 22 years of age, or when they reported OC use for more than 50% of the time after menarche in women aged 22-35 years. There were no differences in age, weight, height, body mass index (BMI), body fat, menarche, training intensity, age at start of training, or any serum parameters between OC users (n = 31) and control subjects (n = 38). However, OC users had 7.9% lower spine BMD and 8.8% lower proximal femur BMD (P < 0.01 for both sites). When the relationship between BMD of the spine and OC use was further analyzed by a stepwise model of multiple regression analysis using OC years, age at OC initiation, BMI, and menarche as independent variables, age at first OC use was found to be the best predictor of vertebral BMD, while the only significant predictor of femoral neck BMD was BMI. We conclude that OC use is associated with decreased BMD of the spine and the femoral neck in female endurance athletes, and that early age at initiation of OC use may be an important risk factor for low peak bone mass in young women
Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1545 ... d_RVDocSum


Original research article

Comparison of the skeletal effects of the progestogens desogestrel and levonorgestrel in oral contraceptive preparations in young women: controlled, open, partly randomized investigation over 13 cyclesstar, open

Manfred Hartarda, b, Corresponding Author Contact Information, E-mail The Corresponding Author, Christine Kleinmonda, Peter Luppac, Otto Zelgerb, Kathrin Eggerb, Michael Wisemand, Ernst Rainer Weissenbachera, Dieter Felsenberge and Reinhold G. Erbenf, 1

aDepartment of Gynecology and Obstetrics, Faculty of Medicine, Klinikum Grosshadern, Working Group MusculoSkeletal Interactions, Ludwig Maximilians Universität, 81377 Munich, Germany

bInstitute of Preventive and Rehabilitative Sports Medicine, Faculty of Medicine, Technische Universität München, 80809 Munich, Germany

cDepartment of Biochemistry and Pathobiochemistry, Faculty of Medicine, Technical University, 81675 Munich, Germany

dLeibniz Data Processing Center, Bavarian Academy of Sciences, 80333 Munich, Germany

eCenter of Muscle and Bone Research, Campus Benjamin Franklin, Charite-University Medicine, 12200 Berlin, Germany

fInstitute of Animal Physiology, Ludwig Maximilians University, 80539 Munich, Germany

Received 30 March 2006;
accepted 14 June 2006.
Available online 17 August 2006

Abstract
Aim

This 12-month study was conducted to evaluate the skeletal effects of two monophasic oral contraceptives containing 20 μg of ethinylestradiol and 100 μg of levonorgestrel (LEVO) or 150 μg of desogestrel (DESO).
Methods

Fifty-two women (18–24 years) were randomized into the DESO group or the LEVO group; 36 women served as controls. The areal bone mineral density (aBMD) of the femoral neck and the lumbar spine was evaluated by DXA, and parameters of bone geometry and volumetric bone mineral density (vBMD) were assessed by peripheral quantitative computed tomography at the distal radius and the tibia.
Results

The LEVO group did not lose vertebral aBMD, whereas women in the DESO group lost 1.5%. At the distal radius and the tibia (shank level, 14%), LEVO induced an increase in total cross-sectional area, indicating increased periosteal bone formation. Radial trabecular vBMD declined by 1.4±1.8% in the DESO group, while it remained unchanged in the LEVO group.
Conclusion

Our study suggests that the skeletal effects of OC preparations may be influenced by progestogenic components in young women.

Keywords: Oral contraceptives; Progestogens; Bone markers; Bone mass; Bone geometry
Article Outline

1. Introduction
2. Materials and methods

2.1. Study design
2.2. Subjects
2.3. Biochemical parameters
2.4. pQCT
2.5. Measurements of areal bone mineral density (aBMD)
2.6. Statistical analyses

3. Results

3.1. Anthropometric data, history of OC use and physical fitness
3.2. Parameters of bone metabolism, hormones and routine clinical chemistry
3.3. aBMD
3.4. pQCT

4. Discussion
Acknowledgements
References



Thumbnail image

Fig. 1. Relative changes in cortical BMC versus baseline (A), and percent marrow area (B) measured by pQCT at the tibial shaft (shank level of 38%) after 12 months in control women or in women taking 20 μg of EE and 100 μg of LEVO or 150 μg of DESO. The data are shown as boxplots with median and interquartile ranges of individual variables. *p<.05 versus control (ANOVA followed by Fisher's least significance difference test). §p<.05 versus baseline (paired t test).

View Within Article



Table 1.

Anthropometry, anamnesis and physical fitness
View table in article

Superscript T, Tamhane's T2 test; %Δ, percent change.
low asterisk p<.05 versus control (one-way ANOVA, followed by Fisher's least significance difference test or Tamhane's T2 test).
low asterisklow asterisk p<.01 versus LEVO (one-way ANOVA, followed by Fisher's least significance difference test or Tamhane's T2 test).
low asterisklow asterisklow asterisk p<.0001 versus control (one-way ANOVA, followed by Fisher's least significance difference test or Tamhane's T2 test).
† p<.0001 versus baseline (paired t test).

View Within Article


Table 2.

Serum estradiol and biochemical bone markers
View table in article

Superscript T, Tamhane's T2 test; %Δ, percent change.
low asterisk p<.05 versus control (one-way ANOVA, followed by Fisher's least significance difference test or Tamhane's T2 test).
low asterisklow asterisk p<.05 versus LEVO (one-way ANOVA, followed by Fisher's least significance difference test or Tamhane's T2 test).
low asterisklow asterisklow asterisk p<.01 versus control (one-way ANOVA, followed by Fisher's least significance difference test or Tamhane's T2 test).
† p<.0001 versus control (one-way ANOVA, followed by Fisher's least significance difference test or Tamhane's T2 test).
‡ p<.05 versus baseline (paired t test).
§ p<.01 versus baseline (paired t test).
double vertical bar p<.0001 versus baseline (paired t test).

View Within Article


Table 3.

DXA measurements of lumbar spine and femoral neck aBMD
View table in article
low asterisk p<.05 versus control (one-way ANOVA, followed by Fisher's least significance difference test).
low asterisklow asterisk p<.05 versus baseline (paired t test).
low asterisklow asterisklow asterisk p<.01 versus baseline (paired t test).

View Within Article


Table 4.

pQCT measurements of the distal tibia (shank levels, 4% and 14%), tibial shaft (shank level 38%), and distal radius (forearm level 4%)
View table in article

Superscript T, Tamhane's T2 test; %Δ, percent change.
low asterisk p<.05 versus control (one-way ANOVA, followed by Fisher's least significance difference test or Tamhane's T2 test).
low asterisklow asterisk p<.05 versus LEVO (one-way ANOVA, followed by Fisher's least significance difference test or Tamhane's T2 test).
low asterisklow asterisklow asterisk p<.01 versus LEVO (one-way ANOVA, followed by Fisher's least significance difference test or Tamhane's T2 test).
† p<.05 versus baseline (paired t test).
‡ p<.01 versus baseline (paired t test).

View Within Article

star, openThe study was supported, in part, by the Federal Institute of Sports Science of the Federal Ministry of the Interior's, the “Bundesinstitut fuer Sportwissenschaften” (VF project no. VF 0407/01/06/2000) and the Commission of Clinical Research (KKF) of the Medical Faculty of the Technical University of Munich (KKF 8774164), and, in part, by STRATEC GmbH (Pforzheim, Germany) and Schering AG (Berlin, Germany).

Corresponding Author Contact InformationCorresponding author. Working Group MusculoSkeletal Interactions, ZHS, D-80809 Munich, Germany. Tel.: +49 89 2892 4454; fax: +49 89 2892 4453.
1 Present address: Department of Natural Sciences, University of Veterinary Medicine, 1210 Vienna, Austria
Quelle: http://www.sciencedirect.com/science?_o ... 0dbb44a429


Und da wundert man sich,dass immer mehr Frauen später Osteophorose haben...aber hormonelle Verhütung is ja soooooooo harmlos :twisted:

Benutzeravatar
Mondi
Moderatorin
Beiträge: 1039
Registriert: 07.04.2005, 22:09

Beitragvon Mondi » 17.12.2008, 22:10

Ist zwar (zumindest behauptet es die Pharma wenigstens) reversibel,aber in der Packungsbeilage der 3-Monats-Spritze von Pfizer selber steht eine-wie ich finde-recht "nette Nebenwirkung" ->
Psychiatrische Erkrankungen (seelische Erkrankungen)
Häufig
Verringerte geschlechtliche Lust und fehlender Orgasmus, Depression, Schlaflosigkeit
Quelle: http://www.pfizer.de/pdbobject?view=1&i ... 0270412b89

Möcht nicht wissen,bei wievielen anderen hormonellen Verhütungsmitteln das noch ne Nebenwirkung ist....

Benutzeravatar
Mondi
Moderatorin
Beiträge: 1039
Registriert: 07.04.2005, 22:09

Beitragvon Mondi » 22.12.2008, 13:25

Zu obigem,passt auch die Erkentniss,dass die Pille die weibliche Libido auf Dauer schädigen kann:
Die Pille verändert Hormonhaushalt auf Dauer


Werte des sexualhormonbindenden Globulin bleiben erhöht



Orale Kontrazeptiva verhindern unerwünschte Schwangerschaften. Sie können aber
auch das Verlangen der Frauen zum Verschwinden bringen. Die Pille wurde mit
zahlreichen Nebenwirkungen in Zusammenhang gebracht.

Am seltensten wurde jedoch
laut NewScientist über ihre Tendenz die Libido zu verringern gesprochen.
Verantwortlich dafür ist das Absenken der Testosteronwerte.

Ein Team von Irwin
Goldstein und Claudia Panzer von der Boston University untersuchte 125 junge
Frauen, die sich aufgrund von sexuellen Dysfunktionen in einer Klinik befanden.




Verhütungsmittel hemmen die Hormonproduktion in den Eierstöcken und erhöhen die
Werte des sexualhormonbindenden Globulin (SHBG).
Derzeit ist nicht bekannt, wie
verbreitet Schwierigkeiten bei Frauen, die die Pille nehmen, sind. Bis jetzt
wurde angenommen, dass sexuelle Dysfunktionen inklusive Libidoverlust,
gedämpfte oder nicht vorhandene Orgasmen sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
durch die Beendigung der Einnahme reversibel seien. 62 Teilnehmerinnen nahmen
orale Verhütungsmittel, 40 hatten sie in der Vergangenheit genommen. 23 Frauen
hatten nie oral verhütet.



Für die Dauer eines Jahres ermittelte das Team alle drei Monate die SHBG-Werte
der Frauen. Es zeigte sich, dass sie bei oral verhütenden Frauen sieben Mal so
hoch waren wie bei jenen Teilnehmerinnen, die die Pille nie genommen hatten.
Diese Werte sanken bei den Frauen, die die Pille abgesetzt hatten, leicht ab. Sie
blieben jedoch drei bis vier Mal so hoch. Laut Goldstein besteht die
Möglichkeit, dass eine Frau für den Rest ihres Lebens geprägt wird.

Quelle: Boston University
Quelle: http://www.alopezie.de/cgi-bin/anyboard ... =2&gV=0&p=

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste