Vorsicht ist leider auch bei (einigen) MEZIS geboten

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Kooper
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Vorsicht ist leider auch bei (einigen) MEZIS geboten

Beitragvon Kooper » 07.10.2017, 12:31

Hallo,

auf der Suche nach einem patientenorientiert handelnden Frauenarzt habe ich mich bei den MEZIS (= Mein Essen Zahl Ich Selbst) umgesehen. Leider war das Ergebnis ähnlich wie bei den übrigen Ärzten.

Z. B. steht auf der Homepage eines der oben genannten Initiative angehörenden Arztes zur Mirena:

Ein Kunststoffteil, das in die Gebärmutter eingelegt wird und dort über 5 Jahre sehr geringe Mengen eines Gelbkörperhormons abgibt. Keine Hormonwirkung im gesamten Körper wie bei der Pille, sondern nur in der Gebärmutter. Die innere Schicht bildet sich zurück und eine befruchtete Eizelle kann sich nicht einnisten. Gut für Frauen, die keine oder nur noch schwache Regelblutung wünschen.
Vorteil: bis zu 5 Jahre Schutz, sehr schwache Regelblutung, hohe Sicherheit
Nachteil: Blutungsunregelmäßigkeit in den ersten Monaten nach Einlegen. Das Einlegen kann ohne Betäubung etwas unangenehm sein. Mehr unter www.mirena.de


Da dies nicht stimmt - wie wir alle aus leidvoller Erfahrung wissen - habe ich den Arzt vor einiger Zeit schriftlich mit etlichen Informationen ausgestattet, z. B.
- Fachinformation für den Arzt https://www.gelbe-liste.de/produkte/mir ... nformation
- Hinweis zu psychiatrischen Erkrankungen als Nebenwirkung der Mirena aus 2009 https://www.akdae.de/Arzneimittelsicher ... 905011.pdf
- Beipackzettel zur Mirena von 2007 und 2014
- Verweise auf Berichte in Radio, Presse und Fernsehen (u. a. BR, Stern, Spiegel....)
- Verweis auf dieses Forum
- schon 1997 wurde darauf hingewiesen, dass mit hormonellen Effekten wie Depression oder Akne zu rechnen ist https://www.arznei-telegramm.de/html/19 ... 12_01.html
- Ich habe mitgeteilt, dass sich die EMA seit 2017 erneut mit den psychiatrischen Nebenwirkungen levonogestrelhaltiger Hormonspiralen beschäftigt.

Geändert hat sich: NICHTS.
Der Eintrag zur Mirena ist unverändert auf der Homepage.

Was mich in meiner Annahme bestätigt, dass die Ärzte sehr genau wissen, was sie den Patientinnen antun, es ihnen aber sch.... egal ist. Ausnahmen (unter den Frauenärzten) sind mir bislang nicht begegnet.

LG Kooper
Kooper, Baujahr 1970, in Partnerschaft, keine Kinder
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dieBeate
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Re: Vorsicht ist leider auch bei (einigen) MEZIS geboten

Beitragvon dieBeate » 17.10.2017, 11:55

Hallo Kooper,

ich glaube auch nicht mehr an die Unwissenheit der Gyns. Hauptsache die Kasse stimmt, das bestimmt deren ethisches Verhalten. Der Hippokratische Eid ist sowieso abgeschafft worden, den muss niemand mehr leisten, um Arzt zu werden. Von den MEZIS-Ärzten halte ich auch mehr als von den übrigen, die machen sich immerhin einige kritische Gedanken. Aber ich vertraue jetzt auf meine Intuition, auf meine Hausärztin und vor allem auf Dr. Google. Hoffentlich bin ich in absehbarer Zeit nicht wirklich auf Ärzte angewiesen wegen einer schweren Krankheit oder so. Mein Vertrauen ist restlos dahin. Leider ist es für Ärzte nicht leicht, an industrieunabhängige Infos zu kommen. Nicht jede informiert sich im Internet oder bei facebook. Ich weiss auch erst seit 2 Jahren, dass da die besseren Infoquellen sind.

LG Beate

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ladybird
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Re: Vorsicht ist leider auch bei (einigen) MEZIS geboten

Beitragvon ladybird » 25.10.2017, 12:35

Hallo Kooper,
die Patientinnen-Initiative Risiko Hormonspirale ist ja seit März Mitglied bei MEZIS. Die Vorsitzende hat uns auf die Liste der Pressekontakte gesetzt. Kurz darauf bekam ich Post von einem MEZIS-Gynäkologen, der mir weismachen wollte, dass auf der Seite http://www.risiko-hormonspirale.de unwissenschaftlicher Blödsinn steht. Auf meine Nachfrage hat er das nicht konkretisiert, sondern lediglich geschrieben, dass er ein Fan der Hormonspirale sei und in seiner Praxis NUR GUTE Erfahrungen mit der HS mache. Natürlich klärt er auch seine Patientinnen nicht genügend auf, den Beipackzettel händigt er z.B. nicht aus. So, und jetzt petze ich:
sein Name ist Dr. Matthias Rotenhan in Bremen.
Alle (wissenschaftlich fundierten) Argumente, die ich ihm gegenüber vorgetragen habe, sind an ihm abgeprallt. Wir sind dann so verblieben, dass wir einen Interessenskonflikt haben.
Traurig, aber wahr!
Auch wenn er keine Pharma-Vertreter in seine Praxis lässt, hat offensichtlich die Marketing-Masche des Herstellers bei ihm verfangen.
Seltsam auch, dass meist MÄNNLICHE Gynäkologen so dermaßen vehemente Verfechter der Hormonspirale sind. :smile_thinking:
Gruß
Ladybird
www.risiko-hormonspirale.de
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Re: Vorsicht ist leider auch bei (einigen) MEZIS geboten

Beitragvon dieBeate » 25.10.2017, 22:30

Matthias von Rotenham ist der korrekte Name, soviel Zeit muss sein. Er hat bei Jameda eine sehr gute Bewertung. Die EMA-Bewertung der psychiatrischen Side Effects sollte bald vorliegen, dann kann Dr. von Rotenham seine Bewertung der Hormonspiralen ja nochmal überdenken. Falls er die neuen Infos der EMA denn mitkriegt...sonst kann man ihn ja drauf aufmerksam machen.

Auch meine Ex-Gyn hatte null Interesse an wissenschaftlichen Infos aus dem Ärztebatt von 2009, am Ausdruck des Beipackzettels der Hormonspirale Mirena in der Fassung von 2015 usw. Sie war allerdings auch nicht bei MEZIS. Den Beipackzettel kannte sie anscheinend nicht - sie behauptete, dass Krebsrisiko unter der Mirena wäre wegen der bekannten lokalen Wirkung niedriger als unter oralen Kontrazeptiva. Keine Ahnung, ob sie das heute anders sieht. Ich hatte nicht den Eindruck, dass meine Infos bei ihr angekommen sind.

LG Beate

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Kooper
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Re: Vorsicht ist leider auch bei (einigen) MEZIS geboten

Beitragvon Kooper » 27.10.2017, 17:35

Hallo,

beim Namen hätte ich nun noch eine 3. Version zu bieten (Vorname mit einem "t"/ "von" / "n" am Ende), aber darum geht es hier doch gar nicht ! Wir alle können ihn finden, und er hat wirklich super Bewertungen. Das Blöde ist ja immer, dass frau in der Regel zufällig selbst auf den Grund ihrer Beschwerden kommen muss. Und da hat der Doc anscheinend Glück gehabt, dass aus seinem Patientenstamm noch keiner gegoogelt hat.
Durchweg Patientinnen mit HS und OHNE Beschwerden - so etwas gibt es m. E. nicht !
Aber aus eigener Erfahrung weiß ich ja, dass man noch so leidend vor den Ärzten sitzen kann, die Mirena wird als Verursacher nicht mal in Betracht gezogen, sondern gleich Antidepressiva verordnet, Partnerschaftsprobleme oder Stress unterstellt etc..

Liebe Beate, ich gehe auch kaum noch zum Arzt. Nur noch, wenn es sich gar nicht vermeiden lässt. Ich nehme auch nichts mehr ein, was ich nicht vorher gecheckt habe.

Ziel meiner Recherche war, mich nach einem adäquaten Frauenarzt umzusehen, falls ich so einen mal brauchen sollte. Und gleichzeitig zu prüfen, ob und wie die Hormonspirale auf der jeweiligen Homepage beworben wird.

Und als ich ausgerechnet bei einem Arzt der MEZIS so einen Blödsinn gelesen habe, wollte ich ihn zumindest aufklären. Das ist halt das (wenige), was ich tun kann, um andere zu bewahren. Dann kann er sich wenigstens nicht mehr auf den Standpunkt stellen, er hätte von nichts gewusst. Wenn er das trotzdem tut, liegt es nicht mehr in meinem Einflussbereich. Und vielleicht hat wenigstens eine Sprechstundenhilfe das Material zu Gesicht bekommen, so dass die dadurch wachsamer wird bzw. sofern sie selbst eine trägt, sich mal Gedanken macht, welche Nebenwirkungen auf sie zutreffen könnten.

Liebe Ladybird, ja, es ist auffallend, wie viele männliche Ärzte die Hormonspiralen als das non-plus-Ultra verkaufen. Ich erinnere mich noch an den aus dem Radiointerview BR 2, der gleichzeitig Gynäkologe UND Psychotherapeut war. Nachdem er mit den HS-Trägerinnen seinen eigenen Zulieferbetrieb gegründet hat, dürfte der Mann ausgesorgt haben :smile_puke:

Da so viele Ärzte die Nebenwirkungen so vehement abstreiten und hartnäckig behaupten, sie wüssten von nichts, frage ich mich, woran das liegen kann. Bekommen die Ärzte die Hormonspiralen vom Hersteller en gros zum Sonderpreis und die Packungsbeilage sowie die Fachinformation werden vorher entfernt ?

Es ist mir wirklich ein Rätsel, wie eine Packungsbeilage unterschlagen werden kann und wenn darin genannte Nebenwirkungen auftreten, behauptet wird, das käme nicht davon. Wenn ich eine Kopfschmerztablette einnehme, und im Beipackzettel steht "Übelkeit", und mir wird dann schlecht, dann behauptet ja auch keiner, ich hätte wohl was falsches gegessen. Es steht in der Packungsbeilage, also vertrage ich das Mittel nicht, und fertig.

LG Kooper
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Re: Vorsicht ist leider auch bei (einigen) MEZIS geboten

Beitragvon dieBeate » 29.10.2017, 11:49

Kooper, mit dem Namen hast du natürlich recht....

Ich halte die Infoseite risiko-hormonspirale.de ebenfalls nicht für eine wissenschaftliche Quelle. Es sind wirklich falsche Aussagen dabei. Beispiel Zitat: "Durch den Begriff "lokal" und durch eine entsprechende schematische Darstellung (Quelle: Mirena-Broschüre Seite 21) wird suggeriert, dass andere Körperbereiche nicht beeinträchtigt würden, was erstens wie gesagt anatomisch nicht möglich ist und zweitens durch die lange Liste der Nebenwirkungen, die alle Körperbereiche - und sogar die Psyche -betreffen widerlegt wird." Das heißt nicht anatomisch, sondern physiologisch.....Selbstverständlich habe ich im persönlichen Dialog versucht, dazu beizutragen, dass einige "unglückliche Formulierungen" geändert werden.

Frauen sind leider nicht die besseren Gynäkologen....nicht nur die männlichen Frauenärzte fallen auf die Firmenpropaganda rein. Zum Thema MEZIS: Auch wenn keine Firmenvertreter von Jenapharm / Bayer den Facharzt belabern: die Arztzeitungen und insbesondere die Fachliteratur der Gyns sind voll des Lobes über die IUPs. Warum, ist bekannt....Die MEZIS haben immerhin den Vorsatz, alle "pharmazeutischen Infos" kritisch zu bewerten. Das trifft dann eben auch die Infos, die offensichtlich nicht von der PharmaIndustrie stammen.. LG Beate

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Re: Vorsicht ist leider auch bei (einigen) MEZIS geboten

Beitragvon Kooper » 08.11.2017, 15:32

Ich habe mir die nächsten MEZIS-Ärzte vorgenommen und sie mit aufklärenden Infos versorgt.

Die Hormonspirale wird auf der Homepage wie folgt beworben:

Hormonspirale (MIRENA/Kyleena)

Ihre Wirkung beruht auf der lokalen Gestagenwirkung, wodurch die Spermien blockiert und eine Einnistung verhindert wird. Nach einer „Gewöhnungsphase“ von 2 - 4 Monaten, in der es zu Zwischenblutungen kommen kann, bleibt der Zyklus meist vollkommen aus. Dies hat medizinisch gesehen keinen Nachteil und bedeutet im Gegenteil meist ein Gewinn an Lebensqualität insbesondere für Frauen, deren Monatsblutung stark und schmerzhaft war.

Durch die Hormonwirkung unmittelbar in der Gebärmutter wird die Hormondosis extrem niedrig gehalten. In selten Fällen kommt es zu Hautunreinheiten oder Stimmungsschwankungen.

Seit Mai 2017 gibt es als Ergänzung zur Mirena die Kyleena. Diese hat eine geringere Hormondosis und damit ein etwas schwächeres Nebenwirkungsprofil. Auch sie verhütet 5 Jahre zuverlässig. Die Einlage ist u. U. etwas leichter, da die Einführhilfe etwas schmaler ist, so dass hiervon insbesondere jüngere Patientinnen, die noch keine Kinder geboren haben profitieren könnten.

Beide können leicht entfernt werden.


Auffällig finde ich schon, dass bei Mirena von "lokaler Gestagenwirkung, medizinisch nicht nachteiligem Ausbleiben des Zyklus, und allenfalls Hautunreinheiten oder Stimmungsschwankungen" die Rede ist, die Kyleena dann aber mit einem "etwas schwächeren Nebenwirkungsprofil" beworben wird... :smile_puke:

Ich bin gespannt, ob Änderungen erfolgen.

Daran glauben tue ich (leider) nicht.

LG Kooper
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Re: Vorsicht ist leider auch bei (einigen) MEZIS geboten

Beitragvon ladybird » 10.11.2017, 01:39

Hallo Kooper,
es ehrt dich, dass du diese Gyns mit Infos versorgst (kannst ruhig auch die wissenschaftlich fundierte Seite http://www.risiko-hormonspirale.de verlinken).
Allein, ich habe die Befürchtung, dass jegliche Informationen an ihnen abprallen, da ihr Goldesel sonst in Gefahr wäre.
Womöglich lernen auch sie nur durch Schmerz, d.h. sie kommen evtl. erst ins Nachdenken, wenn ihnen die Einnahmequelle Hormonspirale so richtig wegbricht.
Gruß
ladybird
www.risiko-hormonspirale.de
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Re: Vorsicht ist leider auch bei (einigen) MEZIS geboten

Beitragvon dieBeate » 10.11.2017, 13:55

Hallo, Ladybird,

Es gibt keine Notwendigkeit, das Rad zweimal zu erfinden. Ich habe ja geschrieben, dass ich die Seite http://www.risiko-hormonspirale.de für gut halte, und ich verlinke sie gern. Eine andere Infoseite zur Hormonspirale wäre nur mit einem anderen Schwerpunkt sinnvoll, z.B. sollten dann evt. juristische Aspekte im Vordergrund stehen. Sehr schwierig. Das sollte eine Frau mit juristischen Kenntnissen (und Rechtschutzversicherung) übernehmen, nichts für mich. Meine Nerven sind eh zerrüttet aus bekannten Gründen. Auf Abmahnungen lege ich keinen Wert.

Außerdem glaube ich nicht mehr daran, dass juristisch was zu machen ist oder beim BfArM / EMA was zu erreichen ist. Zusammenarbeit wäre sinnvoll gewesen, war aber aus bekannten Gründen nicht möglich. Mir war immer klar, dass die Forderung, den Beipackzettel durch psychiatrische Nebenwirkungen zu ergänzen, keine Aussicht auf Erfolg hat, insbesondere angesichts der desaströsen Studienlage diesbezüglich. Bei Aufnahme derartiger Nebenwirkungen in die Gebrauchsanweisung eines Verhütungsmittels wäre die Kosten/Nutzen-Bilanz der IUPs zu offensichtlich negativ ausgefallen, die Frage nach der legalen Verkehrsfähigkeit der IUPs hätte sich sogar für die EMA gestellt. Das momentane Fazit: Besser konnte es für Jenapharm / Bayer nicht laufen. Jetzt ist das Thema "psychische Probleme durch die Hormonspiralen" seitens der EMA behandelt und es gibt keinen Grund für die Zulassungsbehörden BfArM und EMA, sich in absehbarer Zeit erneut damit zu befassen. Sinnstiftend wäre gewesen: Aufnahme der KontraIndikation: "Erkrankungen des psychiatrischen Formenkreises" oder Aufnahme der "KontraIndikation Depression, depressive Verstimmung" in die Beipackzettel der Hormonspiralen. Dann wären bei einigen Gyns und evtl. auch bei anderen Ärzten die Alarmglocken angegangen. Es hätte Information mit "Roter Hand" gegeben (als 2007 festgestellt wurde, dass das erhöhte Krebsrisiko der IUPs wahrscheinlich dem Krebsrisiko unter oralen Kontrazeptiva entspricht, gab es diese "Warnbriefe a la Rote Hand" auch, übliches Verfahren in der PharmaIndustrie um sich rechtlich abzusichern, sorgt für Aufmerksamkeit).


PS: Das ist alles eine Frage der Zeit. In z. B. 10 Jahren leiden so viele Frauen (Hormonspirale-Userinnen) mehr, und irgendwann ist das Ausmaß erreicht, ab dem reagiert wird. Wahrscheinlich heißt es dann bei den Behörden und bei Jenapharm / Bayer, dass alle MitarbeiterInnen die Vorkomnisse sehr bedauern und ja nicht ahnen konnten, eine unvermeidbare Arzneimittelkatastrophe ist es dann eben, dass immer mehr Frauen psychisch krank geworden sind durch die IUPs. Seit der Einführung der hormonellen Verhütung anfang der 1960er Jahre gehts steil aufwärts mit Depressionen und Co. Zumindest in der westlichen Welt. Wie das bloss kommt. Das ist natürlich nur meine Privatmeinung, vielleicht ist ja alles ganz anders. :smile_thinking:

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Re: Vorsicht ist leider auch bei (einigen) MEZIS geboten

Beitragvon Kooper » 10.11.2017, 14:29

Liebe Ladybird,

gerne verlinke ich zukünftig die Seite www.risiko-hormonspirale.de, denn dort sind alle notwendigen Infos komprimiert enthalten.

Ich bezweifle auch, dass ich mit meinen Infos an die Gyns wirklich viel erreiche.
Aber versuchen möchte ich es, gerade bei den MEZIS, die ja angeblich über den Tellerrand sehen.

Und "steter Tropfen höhlt den Stein": hier ein Beitrag bei "Visite", dort ein Bericht im "Stern", dann ab und an Mails von geschädigten Patientinnen... irgendwann dürfte es auch für Ärzte immer schwieriger werden, sich hinter der Aussage "wirkt lokal, alles psychisch" zu verstecken und sich dabei selbst noch im Spiegel in die Augen sehen zu können.

Mal eine andere Frage (oder Anregung) hierzu an alle:

Habt Ihr Eure Gyns nach diesem "medizinischen Experiment" (das i. d. R. ohne unser Wissen an uns vorgenommen wurde) eigentlich bewertet (bei Jameda, Sanego etc.) ?

Ich habe das schon vor längerer Zeit getan, und dabei das Aufschwatzen der Hormonspirale ohne Aushändigung der Packungsbeilage und das Verlachen der Beschwerden genannt.
Mein Beitrag wurde zwischenzeitlich mehrfach als "hilfreich" gekennzeichnet.

Ich gucke selbst gern nach Bewertungen, wenn ich einen Arzt suche (wobei mir bewusst ist, dass hierbei nicht alles "echt" ist, gerade wenn Ärzte über alle Maßen in immer gleichen (oder ähnlichen) Worten gelobt werden).

In Zeiten des Internets finde ich das eine gute Möglichkeit, seine Erfahrung zum ärztlichen Umgang mit der Hormonspirale kund zu tun, und so die ein oder andere Frau zumindest zu warnen.

LG Kooper
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