Brustkrebsrisiko evtl. höher bei Gestagen-Monopräparaten als bei Kombipräparaten

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dieBeate
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Brustkrebsrisiko evtl. höher bei Gestagen-Monopräparaten als bei Kombipräparaten

Beitragvon dieBeate » 07.12.2017, 19:59

https://www.deutsche-apotheker-zeitung. ... r-verdacht

Der Artikel gibt mir wirklich zu denken. Ich nehme ja mittlerweile bioidentisches Progesteron (Famenita 200 mg). In der Hoffnung, dass es unschädlicher ist als synthetische Gestagene. Aber im Artikel geht es ja auch um Progesteron.

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Kooper
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Re: Brustkrebsrisiko evtl. höher bei Gestagen-Monopräparaten als bei Kombipräparaten

Beitragvon Kooper » 25.01.2018, 20:52

Hier noch ein Artikel zum erhöhten Brustkrebsrisiko, Zitat daraus:
"Auch Frauen, die statt der Pille Gestagene über eine Hormonspirale aufnahmen, hatten ein um 21 Prozent höheres relatives Risiko."

https://www.gesundheitsstadt-berlin.de/ ... hen-12034/
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ladybird
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Re: Brustkrebsrisiko evtl. höher bei Gestagen-Monopräparaten als bei Kombipräparaten

Beitragvon ladybird » 26.01.2018, 20:50

In dem Artikel geht es ausschließlich um die Gefährlichkeit von synthetischem Progesteron.
www.risiko-hormonspirale.de
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dieBeate
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Re: Brustkrebsrisiko evtl. höher bei Gestagen-Monopräparaten als bei Kombipräparaten

Beitragvon dieBeate » 27.01.2018, 07:54

Als Arzneimittel gibt es leider nur synthetisches Progesteron. Das Progesteron z.B. in "Famenita" ist zwar bioidentisch, aber synthetisch hergestellt. Nicht schön, aber leider wahr. Siehe https://www.kloesterl-apotheke.de/webEd ... 5B4%5D=136 Und das trifft auch auf das Progesteron in den Progesteron-Cremes zu.

In Bezug auf den Artikel, den Kooper verlinkt hat, hat Ladybird vollkommen recht. Da geht es um die Progestine. Also die "Gestagene mit Patentschutz". So wie Levonorgestrel usw. Also: Ladybirds Bemerkung "in dem Artikel" trifft zu 100% nur auf den von Kooper verlinkten Artikel zu. Aber in dem von mir verlinkten DAZ-Artikel ging es a u c h um Progesteron. :smile_dull: Die Tierversuche wurden anscheinend mit Progesteron durchgeführt.....Auch ich bin überzeugt, dass die Progestine, also die "Gestagene mit Patentschutz" wie Levonorgestrel schädlicher sind als bioidentisches Progesteron. LG Beate

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ladybird
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Re: Brustkrebsrisiko evtl. höher bei Gestagen-Monopräparaten als bei Kombipräparaten

Beitragvon ladybird » 27.01.2018, 09:21

Nochmal: in dem Artikel der DAZ geht es ausschließlich um synthetisches Progesteron, wie es in hormonellen Kontrazeptiva verwendet wird. Von bioidentischem oder naturidentischem ist keine Rede, das ist auch nicht Gegenstand derartiger Forschungen.
Und jetzt bitte nicht verwechseln:
- synthetisches Progesteron (HS, Pille etc)
- bioidentisches oder naturidentisches Progesteron, das in einem synthetischen Verfahren (Mikronisierung) bioverfügbar gemacht wird. (Famenita, Progestogel, in Apotheken hergestellte Cremes, ...)
www.risiko-hormonspirale.de
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dieBeate
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Re: Brustkrebsrisiko evtl. höher bei Gestagen-Monopräparaten als bei Kombipräparaten

Beitragvon dieBeate » 27.01.2018, 18:45

Hallo Ladybird,

Die Begrifflichkeiten sind nicht gut abgegrenzt und werden gelegentlich durcheinander geworfen, okay. Aber es ist wichtig, zu verstehen, was "natürliches" Progesteron ist.

Zitat aus dem DAZ-Artikel: "Im Tiermodell reaktiviert Progesteron das Wachstum von Implantaten einer Östrogen- und Progesteronrezeptor-positiven, zuvor trotz Estrogenbehandlung degenerierten Mammakarzinom-Zelllinie.(...) Bestimmten Progesteron-Metaboliten wird eine Stimulierung der Zellproliferation und eine Hemmung des programmierten Zelltods (Apoptose) zugeschrieben. Progesteron hemmt in vitro die Apoptose und den durch Doxorubicin und Fluorouracil induzierten Zelltod." Das heißt im Klartext: Entartete Zellen sterben demnach im Tierversuch unter dem Einfluss von Progesteron nicht ab. Ein natürlicher Schutzmechanismus des Körpers funktioniert unter dem Einfluss von Progesteron nicht mehr. So wie ich den Artikel verstehe, wurden die Tierversuche mit Progesteron durchgeführt, nicht mit Progestinen (wie in Pille oder Hormonspirale). Dann wäre ich nicht beunruhigt. Dass Progestine zu einem erhöhten Krebsrisiko führen, ist keine neue Erkenntnis, so steht es in den Beipackzetteln sämtlicher Hormonspiralen. Die in der DAZ besprochene neue Erkenntnis ist, dass die Monopräparate mit "Progestinen only" noch gefährlicher sind als die Kombipräparate mit synthetischen Östrogenen (Ethinylöstradiol). Übrigens nicht nur im Hinblick auf das erhöhte Krebsrisiko, sondern auch in Sachen Suizidalität, stand gerade in der DAZ (https://www.deutsche-apotheker-zeitung. ... -der-pille). Das erhöhte Risiko der Selbsttötung ist unter den Kombipräparaten niedriger als bei Progestin-Monopräparaten, steht im Text (DAZ vom 11.01.2018, S. 38).

"Natürliches" bzw. "bioidentisches" Progesteron wird in Laboren aus der Yamswurzel synthetisiert. Ist das denn so schwer zu akzeptieren? Mikronisierung ist eine Methode der Galenik/Arzneimittelherstellung, um einen Wirkstoff besser verfügbar zu machen, und das wird auch in der Kosmetikindustrie gern genutzt. Je größer die Oberfläche, desto besser und schneller wird der Wirkstoff resorbiert...Hat nichts mit der Herkunft oder Herstellung (Gewinnung aus der Natur wie bei Vitamin C aus der Hagebutte, Synthese wie bei Progesteron aus der Yamswurzel) dieses Wirkstoffes zu tun, sondern mit der Teilchengröße von Pulverpartikeln. Falls irgendeine Frau diese Diskussion für relevant für sich selbst hält und jetzt restlos verunsichert ist, wem oder was sie glauben soll: fragt nach in der Klösterl-Apotheke, die ich oben als Infoquelle verlinkt habe. :smile_nerd:

Ich will hier nicht unfreundlich oder oberlehrerhaft sein, aber die Fakten sollten stimmen. Das ist bitte nicht als persönlicher Angriff zu verstehen. Aber um der Diskussion mit der gegnerischen Seite (Jenapharm/Bayer, BfArM? GynäkologInnenverbände?) auch nur annähernd gewachsen zu sein, müssen die Aussagen der Mirena-Gegnerinnen den Tatsachen entsprechen. Daher diese Belehrung. Es gibt Leute, die uns unterstützen wollen, z.B. die MEZIS-ÄrztInnen. Aber die müssen auch zu der Überzeugung kommen können, dass wir annähernd wissen, wovon wir schreiben oder reden. Vor kurzem hast du ja hier die Reaktion eines MEZIS-Arztes auf deine Infoseite und deine Aktivitäten geschildert, das gab mir sehr zu denken.

Meine Befürchtung: Wenn sich nichts am momentanen "Diskussionsstil" usw. ändert, werden von potentiellen UnterstützerInnen auch grundlegende Aussagen zur Unmöglichkeit von "lokaler" Wirkung nicht ernstgenommen. Dazu könnte ich noch viel schreiben....Retardkapseln werden auch nicht im Magen verstoffwechselt usw., obwohl sie den Magen passieren. Gibt schon schöne galenische Tricks. Die Aussage "lokale Wirkung anatomisch nicht möglich" ist eine sehr unglückliche Formulierung und weist auf den Laienstatus der Personen, die dies gebetsmühlenhaft wiederholen, hin. Diese Personen werden dann von ÄrztInnen usw. nicht mehr ernstgenommen. Dann kann man auch behaupten: "Es ist unmöglich, die Wirkung von Kapseln auf die Magenschleimhaut und ihre Resorption zu verhindern, denn der Magen ist keine Tupperdose und sehr gut durchblutet". Das wäre eine ähnlich unüberlegte Aussage. Aber: fast jede Frau hier hat schon mal Retardkapseln eingenommen, die sich erst im Darm auflösen.
PS1: Auch ich weiß natürlich: Leider haben es die GalenikerInnen/Pharmazeutische TechnologInnen bei Jenapharm/Bayer nach meiner persönlichen Erfahrung und nach wissenschaftlich abgesicherten Berichten nicht geschafft, eine "lokale" Wirkung der IUPs hinzukriegen. Der Blutspiegel an Levonorgestrel ist unter der Mirena doppelt so hoch wie unter oralen Kontrazeptiva. In welcher Fachzeitschrift der Gyns dies nachzulesen ist, das findet ihr auf der bekannten öffentlich zugänglichen Infoseite.

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