Jaydess: Angstzustände, Atem- und Schluckbeschwerden, Schwindel etc. und der erste Monat nach Entfernung

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Lockenkopf
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Jaydess: Angstzustände, Atem- und Schluckbeschwerden, Schwindel etc. und der erste Monat nach Entfernung

Beitragvon Lockenkopf » 16.09.2019, 22:13

Liebe Mitstreiterinnen,

kurz zu mir:

31 Jahre, keine Kinder, mein Wesen vor der Spirale: fröhlich, hilfsbereit, lösungsorientiert, eine richtige "Lebefrau" eben, soziales und familiäres Umfeld stabil, beruflich erfolgreich.

Tragezeit der Jaydess: 1 Jahr und 8 Monate,
Entfernung der HS: vor 1 Monat.

Vielen Dank für all die hilfreichen Einträge hier. Auch mir ist es ein Anliegen meine Erfahrungen mit der Jaydess zu teilen, denn wie schon so oft erwähnt, wurde auch ich nicht über die Schattenseiten derselbigen aufgeklärt.

Zu Beginn mein persönliches Fazit an alle, die überlegen sich die HS einsetzen zu lassen: Tu es nicht!

Das Einsetzen:
- Starke Schmerzen während des Einsetzens
- Das Verlassen der Praxis war mir aufgrund von erheblichen Kreislaufproblemen erst eine Stunde später möglich (Ich hatte in meinem ganzen Leben vorher noch nie auch nur ansatzweise Kreislaufprobleme)
- Schweißanfall und kreidebleich im Gesicht, Zittern und Benommenheit

Der erste Monat mit Jaydess:
- immer wieder Druckbeschwerden im Unterleib (mit Ibuprofen unterbunden, da dies laut Aussage der Ärztin normal sei)
- Schmierblutungen

Das erste Jahr mit Jaydess:
- ab und Druck im Unterleib, Schmierblutungen und sehr unregelmäßige kaum vorhandene Periode
- insgesamt alles ok

Der 8-monatige Horrortrip mit Jaydess:
Es begann alles im Januar dieses Jahres. Der Übersicht halber zähle ich im Folgenden die Beschwerden chronologisch auf, wobei sich diese nicht ablösten, sondern sich addierten.

- innere Unruhe
- Benommenheit
- Atembeschwerden (Meine Lunge fühlte sich an wie ein Ballon, der immer nur bis zu 60-70 Prozent aufgeblasen werden konnte)
- Das Gefühl, jemand schnüre mir den Hals zu mündete immer häufiger nachts in Todesangst (Zwei Untersuchungen in der nächtlichen Notaufnahme, wobei mir beide Ärzte Panikattacken diagnostizierten, beide Male wurde ich mit Beruhigungsmittel nach Hause geschickt und dem Tipp Rosamunde Pilcher zum Einschlafen zu schauen)
- Kribbeln im Gesicht
- Zittern
- Schwindel
- depressive Verstimmungen bis hin zu ersten suizidalen Gedanken
- Angstzustände
- Überforderungsgefühl in Beruf und Alltag "Ich schaffe das alles nicht mehr"
- Heulattacken aus heiterem Himmel
- Schwindel/Kreislaufbeschwerden
- Schluckbeschwerden mit der ständigen Angst mich während des Essvorgangs zu verschlucken und daran zu sterben
- Stimmprobleme beim Sprechen/Heiserkeit
- Ohrensausen

Was ich getan habe?
Ich habe mich in den letzten 8 Monaten von gefühlt jedem Facharzt, den es wohl gibt, eingängig untersuchen lassen:
Hausarzt, Kardiologe, Pulmonologe, HNO, Endokrinolge, Rheumatologe usw. Die Arztrechnungen gehen in die Tausende.
Sowohl zwei große Blutbilder als auch MRTs von diversen Körperregionen wurden gemacht, wobei immer glücklicherweise alles in bester Ordnung war.
Ich weigerte mich zum Psychiater zu gehen, weil ich in meinem Innersten wusste, dass es das einfach nicht sein kann. Mein Leben war geregelt und es war nichts Aufwühlendes passiert. Für Anfang September machte ich dann doch einen Termin beim Psychiater, weil ich und auch mein Umfeld so langsam am Ende war.

Im August kam mir dann die Erleuchtung. Letztes Jahr hatte ich nebenbei von den Nebenwirkungen der HS gehört, diese aber nicht ernst genommen, da bei mir ja alles ok war. Ich setzte mich an den PC und googelte und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich hatte in meiner dunkelsten Stunde wohl des Rätsels Lösung gefunden (ich war kurz davor meinen Job aufzugeben, weil ich nicht mehr konnte). Am nächsten Tag ließ ich mir die HS unter spöttischen Blicken des Praxispersonals ziehen.

Der Monat nach der Entfernung:
Schon in den ersten drei Tagen nach dem Ziehen ging es mir, v.a. psychologisch erheblich besser. Ich konnte seit Monaten positive Gedanken fassen und hatte seit langem wieder das Gefühl mich auf etwas freuen und meine Arbeit wieder bewältigen zu können. Zu dem Zeitpunkt war ich aber noch krank geschrieben.
Viele der Beschwerden haben sich mit sofortiger Wirkung verabschiedet bzw. minimiert.
Im Moment habe ich am meisten (fast täglich) mit Schwindel einhergehend mit Ohrensausen zu kämpfen. Dieser zeigt sich vor allem in den Mittagsstunden, bleibt aber viel kürzer als zuvor.
Auch meine Atembschwerden (Angstzustände) kommen in immer selteneren Abständen und bleiben zumeist auch "nur" 30-90 Min. Gegen Ende meiner Spiralenzeit hatte ich das permanente Gefühl nicht richtig Luft zu kriegen, ich war wirklich kurz vor dem Durchdrehen.
Leider haben sich auch die Schluck- und Stimmprobleme noch nicht verabschiedet, aber auch diese sind viel besser geworden.

Psychologisch geht es mir aber wieder gut und das ist die Hauptsache, auch um das alles durchzustehen. In anderen Beiträgen hier habe ich gelesen, dass die Reinigung bzw. Umgewöhnung Monate dauern kann und das halte ich mir immer wieder vor Augen. Es gibt keine Besserung von 0 auf 100, leider. Auch der Psychiater bei dem ich dann doch nach dem Ziehen der Spirale war, sagte, er sehe bei mir keine Angststörung oder Depression und es liege sehr nahe, dass die Nebenwirkungen von der HS kamen, auch wenn er sich nicht zu 100% darauf festlegen wollte.

Was mir hilft:
- Relax Yoga am Abend
- Die Einnahme von Vitaminen (Orthomol Immun, Magnesium, Vitamin B12 und D)

Gerade bin ich dabei einen Termin bei einer Gynäkolgin zu machen, die auf hormonelle Fragen spezialisiert ist und kann zu gegebener Zeit gerne berichten. Des Weiteren überlege ich einen Heilpraktiker aufzusuchen.

Was mich interessiert:
Ihr Lieben, wie waren eure Erfahrungen nach dem Ziehen der Spirale?
Wie haben sich die Nebenwirkungen danach entwickelt?
Was hat euch geholfen?

Ich kann nur sagen: Lasst uns tapfer bleiben und nach vorne blicken. Für mich gibt es nie wieder die Horror-Hormon-Spirale.


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lisasa
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Re: Jaydess: Angstzustände, Atem- und Schluckbeschwerden, Schwindel etc. und der erste Monat nach Entfernung

Beitragvon lisasa » 13.11.2020, 20:40

Hallo Lockenkopf,

mir ging es ganz ähnlich wie dir - dadurch das aber gerade Corona ist habe ich meine Panikattacken darauf "geschoben". Seit 3 Monaten habe ich Kopfschmerzen und eine Art "Benommenheitsgefühl". Kann mich sehr schlecht konzentrieren und habe eine innere Unruhe. Die Psychologin und der Psychiater sind der Meinung das ich eine generalisierte Angststörung habe. Ich glaube aber tief in mir drin, dass ich das nicht habe - sondern die HS mir solche tollen Sachen beschert hat. Ich kenne mich gut genug um zu wissen das ich nicht einfach in eine Angststörung verfalle. Ich habe sie nun seit knapp 4 Jahren drin, davor habe ich jahrelang die Pille genommen. Ich möchte mir sie so schnell wie möglich ziehen lassen. Danach werde ich mich direkt zu einer Ärztin begeben die sich mit orthomolekularer Medizin beschäftigt. Dort werde ich meine Mikronährstoffe untersuchen lassen.

Zurzeit meditiere ich jeden Tag und gehe morgens direkt nach dem aufstehen 30min raus. (Da ich von Zuhause studiere geht das noch).
Geht es dir mittlerweile besser?
Pille 2009 - 2017
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