Können wir etwas tun?

Allgemeine Themen zur Verhütung & Smalltalk.

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Wrack67
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Können wir etwas tun?

Beitragvon Wrack67 » 02.08.2016, 20:53

Hallo liebe Katja,

ich bin seit heute neu im Forum, teile das gleiche Schicksal mit sämtlichen Nebenwirkungen ( daher auch mein sarkastischer Forumname Wrack67). Ich bin selbständige Dozentin/Autorin im Bereich der Medizin und Medizinrecht. Ich finde es absolut sträflich, wie Pharmakonzerne und eine Vielzahl von Ärzten die Vorschriften, die sie laut Gesetzgeber erfüllen müssten ( insbesondere die Ärzte, Patientenrechtegesetz, Medizinproduktegesetz, mangelnde schriftliche Aufklärung ...) nicht erfüllen. Auf der Hauptversammlung der Konzerne zu sprechen finde ich mutig, aber wie du selbst erkannt hast, kann man hier wohl leider nur ein wohlwollendes, geheucheltes und lächelndes Mitfühlgesicht erwarten.

Wie also die vielen Frauen und jetzt noch, durch diese schwachsinnige Neuentwicklung, junge Mädchen schützen, damit die nicht wie wir jahrelange Leidenswege bis hin zur Berufsunfähigkeit und Dauerschmerzen durchwandern müssen?
Ich möchte aus meinen bundesweiten, hoch qualifizierten beruflichen Erfahrungen wetten, dass mindestens 90 % aller Ärzte, die die Mirena gelegt haben, im Vorfeld einige juristische Formfehler begangen haben. Hier wäre der Ansatz!
Verunsicherte, unter Umständen verklagte oder nur angemahnte Ärzte, werden mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr so unbedarft mit dem Einsetzen von Mirena umgehen.

Ich habe aus meiner persönlichen Leidensgeschichte, die ja fast identisch ist mit den anderen Forum-Teilnehmerinnen, aus dem Stehgreif mind 5 juristische Fehlverhalten, die bei der zuständigen Ärztekammer, Medizinrechtler etc. angezeigt werden können.

Warum gegen die Ärzte (natürlich nicht pauschal) vorgehen? Weniger Legen der Spirale (da Patienten besser aufgeklärt), desto weniger Umsatz bei den Konzernen. Und das bewirkt auf Dauer einen Zwang zur Veränderung.

Gerne stehe ich mit einem "Schlachtplan" behilflich zur Seite.

Das hilft mir zwar auch nicht mein altes Leben, wie es so viele hier formulieren, zurück zu bekommen, aber ich finde, das sind wir allen Frauen, die als hysterische Hypochonder abgestempelt werden, von Arzt zu Arzt wandeln, schuldig - (auch hier interessant: es ist rechtlich verpflichtend, den Anamnesebogen - Vorerkrankungsbogen - jährlich von der Praxis dem Patienten noch einmal vorzulegen, ob sich etwas verändert hat - fast muss ich hier schon lachen. - DAS hat bei mir noch NIE eine Praxis gemacht - aber strafbar bei Nichtbeachtung bis hin zur Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung).

Liebe Grüße vom "Wrack 67"

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ladybird
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Re: Können wir etwas tun?

Beitragvon ladybird » 13.08.2016, 13:00

Hallo Wrack67,
ich denke, dass wir das Thema an verschiedenen "Fronten" angehen können.
Den Frauenärzten auf die Füße zu treten ist ein wichtiger Punkt
Zusätzlich finde ich auch Folgendes sinnvoll:
- Aufklärung von möglichst vielen Frauen (Link zur Informationsseite verbreiten www.risiko-hormonspirale.de , Video-Erfahrungsberichte auf Youtube stellen, Blogbeiträge verfassen)
- Druck auf den Hersteller ausüben, indem die Zulassungsbehörde endlich wach wird und den Beipackzettel ändert (Petition http://www.change.org/p/arzneimittelkom ... ition_view )
- Medien kontaktieren und auf die Problematik hinweisen (der Link zum frontal21-Beitrag ist dafür ein guter "Opener")
Noch jemand Ideen?
Gruß
ladybird
www.risiko-hormonspirale.de
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Kooper
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Re: Können wir etwas tun?

Beitragvon Kooper » 13.08.2016, 19:01

ich hatte noch die Idee, einen Rundbrief an pychosomatische Kliniken zu verschicken mit dem Text der Arzneimittelkommission aus 2009: http://www.aerzteblatt.de/archiv/64623, denn immer wieder schreiben hier Frauen, dass sie in so einer Klinik "einsitzen" müssen, weil sie anders nicht mehr lebensfähig sind. (Ob so ein Brief überhaupt gelesen wird oder gleich in die "Rundablage" wandert, weiß ich natürlich nicht.)

Außerdem kam mir noch der Gedanke, in der örtlichen Zeitung eine Anzeige zu schalten "suche Trägerinnen oder Ex-Trägerinnen einer Hormonspirale zwecks Erfahrungsaustausch" - damit würde man vielleicht Frauen im Heimatort oder der näheren Umgebung erreichen, die immer noch nach der Ursache für ihr mieses Befinden suchen.

Gerne würde ich auch gegen die Ärzte vorgehen. Auch hier liest man immer wieder von Ärzten, die das Ziehen verweigern / obendrauf weitere Hormone verordnen / zum Psychiater schicken / auslachen etc.

Ärzte sollen dazu da sein, um die Gesundheit der Menschen zu erhalten oder wiederherzustellen. Was hier abgeht, ist für mich: absichtlich krank machen.

LG Kooper
Kooper, Baujahr 1970, in Partnerschaft, keine Kinder
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Kooper
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Re: Können wir etwas tun?

Beitragvon Kooper » 22.08.2016, 21:00

Eine weitere Sache habe ich noch gemacht, auch wenn ich lange gezögert und mich hinterfragt habe, ob hier nur die "Rachsucht" eine Rolle spielt:

Ich habe meinem Frauenarzt eine schlechte Bewertung verpasst und dabei auch die mir von ihm regelrecht aufgeschwatzte Hormonspirale erwähnt.

Ich hatte seinerzeit eine Sterilisation gewünscht, die er abgelehnt hat mit der Begründung, ich käme dann so früh in die Wechseljahre. Mirena erhielt ich (wie die meisten hier) ohne Beipackzettel und ohne Aufklärung ("der Mercedes unter den Verhütungsmitteln wirkt nur lokal und ist das Beste, was je erfunden wurde").

Beim Ziehen machte er mich auf ein (in meiner Person begründetes) Brustkrebsrisiko aufmerksam und wollte mir, sofern ich nach 3 Monaten meine Periode nicht wieder bekäme, Östrogen verabreichen (so was nennt man dann wohl "selbsterfüllende Prophezeiung").
Auch sonst durfte ich mir reichlich Frechheiten anhören. Und wer Mirena trägt weiß, wie schlimm das ist, weil man sich einfach nicht richtig wehren kann !!!

Ich selbst gucke immer mal wieder bei den (wenigen ) Ärzten, bei denen ich noch in Behandlung bin, wie diese von anderen bewertet werden.

Ich war mir früher sicher, dass mein Gyn der einzige Arzt ist, dem ich wirklich vertrauen kann und der es uneingeschränkt gut mit mir meint. Für diese Dummheit habe ich (wie viele hier) sehr teuer bezahlt. Das soll anderen erspart werden, egal, ob es sich um jemand handelt, der einen guten FA sucht oder um jemand, der sich fragt, warum es ihm so mies geht, und im Vertrauen auf den ach so netten FA niemals auf den Gedanken kommt, dass es an der HS liegen kann.

LG Kooper
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Re: Können wir etwas tun?

Beitragvon Wolke7 » 26.08.2016, 12:41

und ich bin mit meinem fa ins gericht gegangen, wie kann jemand studiertes so einen quatsch glauben und erzählen und die nw wegschweigen?

ich habe vor kurzem nochmal an bayer geschrieben und schmerzengeld gefordert, ich mache seit 6 jahren rum und habe 2 frontzähne verloren, bin nervlich und seelisch und körperlich am ende auf gut deutsch, sehe nicht so recht das licht am tunnel....

ich denke, umso mehr frauen was sagen und ihren mund aufmachen, umso eher werden die ärzte denken und vll. auch mal ins net schauen, obwohl da ja nur mist drinsteht.... aber soviele frauen sind krank geworden, das ist doch kein zufall? alle ziemlich die gleichen beschwerden ??? das wechseln des fa, der einem die spirale gelegt hat, muss jeder selbst wissen, ich habe es nicht gemacht, ich finde aufklären die bessere wahl. ich versuche meine energie ins gesundwerden zu stecken.

lg wolke7

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Re: Können wir etwas tun?

Beitragvon Amazone16 » 26.08.2016, 17:31

Hallo liebe Mitbetroffene,

JA, WIR KÖNNEN ETWAS TUN!!!!

zum Glück habe ich bereits nach drei Monaten Lunte gerochen und MIRENA entfernen lassen. Damit ist es aber für mich nicht getan. :smile_angry:
350 Euro zum Fenster raus geschmissen und jede Menge wochenlanges Unwohlsein. Für mich ein klarer Vertrauensbruch! Soll es damit erledigt sein? NEIN. Würde es sich um einen Fernseher handeln, würde jeder sein Geld vom Händler zurückverlangen, oder? Würde durch den Fernseher in Folge eines Herstellungsfehlers dann noch die ganze Wohnung in Flammen aufgehen, würde auch jeder auf Schadensersatz klagen. Weshalb passiert hier so wenig? Dafür habe ich folgende Erklärungen:

- Angst der Betroffenen aus der Deckung zu gehen (ist doch ein sehr intimes Thema) => Verlust der Anonymität => dadurch kein Zusammenschluss
- schwierige direkte Herleitung der Nebenwirkungen auf Grund der vielfältigen Symptome (Beweise) und mangelnder vorheriger Aufklärung
- Dividendenerwartungen der BAYER-Aktionäre und Machtstellung des Konzerns in der Bundesrepublik Deutschland
- Gewinnanteile der Frauenärzte

Meiner Meinung nach bringt es gar nichts, auf die einzelnen Frauenärzte zuzugehen oder einzelne Briefe an BAYER zu verfassen. Am Ende erklärt der "Spezialist" dem "Laien" von oben herab, dass die Hormonspirale kein Auslöser für die Beschwerden sein kann. Sehr bedenklich, wenn man bedenkt, auf was ein Arzt vereidigt wird. Grundsatz eines seriösen Arztes sollte immer sein: "Never touch a running System."

Hier gibt es nur einen Weg das DING vom Markt zu fegen. Das Thema bedarf des Zusammenschlusses vieler Betroffener und ein motiviertes Führungsteam, welches alle Aktivitäten bündelt. Ich denke dabei an:

- eine gute Rechtsanwältin für Schadensersatzansprüche und Schmerzensgeld
- eine ganzheitliche Medizinerin (Ärztin/Pharma), die eine strukturierte (wissenschaftlich fundierte) Analyse der Nebenwirkungen durchführt und sich öffentlich gegen MIRENA stellt (gerichtsverwertbare Beweise erarbeitet)
- eine Journalistin mit guten Kontakten, die die Kommunikation zwischen den Klägerinnen sicherstellt und das Problem in die Öffentlichkeit gibt

Wenn sich die zahlreichen Internet-Foren vereinen und die Frauen über eine geeignete Weise aus der Anonymität heraustreten, könnte man eine gemeinschaftliche, fundierte Klage einreichen. Wenn sehr viele Frauen teilnehmen und die ganze Sache sehr gut vorbereitet wird, könnte der Hersteller erfolgreich auf Schmerzensgeld und Rücknahme verklagt werden. Da BAYER ein Gigant in der Wirtschaft ist, ist es ganz wichtig, eine breite Öffentlichkeit zu schaffen. Eine große Menge an Klägerinnen würde auch die Finanzierung einer solchen Klage sicherstellen.

Frage an alle und die Betreiber dieses Netzes: Ist das machbar? Wollen wir das angehen? Weshalb sind bisherige Aktionen gescheitert?

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Wolke7
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Re: Können wir etwas tun?

Beitragvon Wolke7 » 27.08.2016, 11:19

hallo amazone,

ich bin auf jeden fall dabei.

lg wolke7

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Amazone16
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Re: Können wir etwas tun?

Beitragvon Amazone16 » 27.08.2016, 12:29

http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherh ... sbogen.pdf

Eine erste Maßnahme:

Dieses Formular sollte jede Betroffene ausfüllen. Schön ist es auch, dass der Arzt darin aufgeführt wird.

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Katja
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Re: Können wir etwas tun?

Beitragvon Katja » 31.08.2016, 09:46

Liebes Wrack und Amazone,

vielen herzlichen Dank für Eure Zeilen, die alles auf den Punkt bringen!!!

Ich denke, das "Hauptproblem" ist dieser Punkt: "Angst der Betroffenen aus der Deckung zu gehen (ist doch ein sehr intimes Thema) => Verlust der Anonymität => dadurch kein Zusammenschluss".

Nur wenige sind bereit aus der Deckung zu gehen und ich habe es immer gemerkt, wenn ich auf der Suche nach Frauen war/bin, für öffentliche Auftritte im TV und/oder Radio. Nur sehr wenige Frauen melden sich! (Ich schreibe Redaktionen an und bitte sie zu berichten! )

Das Thema in die Öffentlichkeit zu bringen und das Thema zu penetrieren ist denke ich das Wichtigste!

Ansonsten wurde ja schon einiges "geschafft" mit Petitionen, Bayer Aktionärsversammlung, Meldung der Nebenwirkungen an offiziellen Stellen und damit ab 2007 Verpflichtung der Aushändigung des Beipackzettels und mit Unterschrift der Frau (Verordnung, aber keine Kontrolle - siehe dazu auch den ZDF TV Bericht "Frontal21"), Ladybird hat eine Homepage (international) erschaffen und warnt öffentlich vor den Risiken) etc. pp (Weitere Infos und Links in dieser Rubrik)

Es braucht alles viel Zeit, aber die öffentlichen Medien sind schon sehr viel mutiger geworden, ein Bericht über ein Pharmaprodukt war früher undenkbar! Es gibt viel zu viel Respekt und Angst vor dieser Industrie! Die letzte geplante WDR Reportage, geplant für den 26.10.2015 in der TV Sendung "Markt" ist auch leider wieder aus rechtlichen Gründen gescheitert!

Ja, was sollen wir tun, hast Du bzw. ihr konkrete Ansätze??

Viele Grüsse,
Katja
Forumsgründerin, Jahrgang 1976, 2 Kinder, Mirena von 05.2001-11.2003

Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher. *Bertolt Brecht*

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Wolke7
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Re: Können wir etwas tun?

Beitragvon Wolke7 » 31.08.2016, 21:30

hallo katja,

wie wäre es mal mit der bildzeitung? die lesen zumindest viele menschen.....

lg wolke7

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