Schockiert und Verunsichert!

Schreibe uns hier Deine Erfahrungen mit der Hormonspirale.

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Lisa82
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Schockiert und Verunsichert!

Beitragvon Lisa82 » 06.11.2021, 10:59

Hallo an Alle,

vorab erstmal ein Dank an die Frauen , welche hier ihre Erfahrungen teilen.
Aufgrund dieses Forums habe ich mir Anfang dieser Woche die Spirale Kyleena nach 3,5 Jahren ziehen lassen.

Der Text ist recht lang. Aber vielleicht hat ja die ein oder andere doch Interesse zu lesen!

Erstmal was zu mir:
- 38 Jahre
- 2 Kleinkinder
- Vollzeit arbeitend
- Kyleena seit 3/18 - 10/21
- Seit dem 14. LJ diverse Pillen
-Hormonstörung: vor Schw.schaften teilw. 90 Tage-Zyklen

Aufgrund der Sicherheit und Bequemlichkeit habe ich nach der Stillzeit meines 2.Kindes, die HS als Verhütungsmittel gewählt.
Die Beratung durch meinen FA war wie bei allen. Allerdings: Die Nebenwirkungen hat er benannt und die Packungsbeilage habe ich erhalten und gelesen. Da so ziemlich jedes Medikament Nebenwirkungen hat, habe ich diese lediglich zur Kenntnis genommen... ich war nie im Leben depressiv oder nur annähernd pessimistisch, da wird mir das nicht passieren! Generell vertrag ich alles gut.

Das Einlegen war unproblematisch und auch nicht schmerzhaft. Die Nachkontrollen top. Die ersten zwei Monate leichte Schmierblutungen, aber schon keine richtige Regelblutung mehr. Außer, das ich fast dauerhaft ein Ziehen im rechten Bein - von der Leiste zum Knie- verspürte, war alles prima!

Tolles kleines Teil!
Rückblickend bewerte ich das jetzt anders.
Es hat bis Oktober 21 gedauert, bis ich überhaupt auf die Idee kam, dass alle meine körperlichen und psychisch-emotionalen Probleme durch die HS verursacht sein könnten.
Krank auf der Couch und verzweifelt mal wieder am Symptome googlen, aber auch darüber nachdenkend, wann diese Veränderungen ihren Lauf nahmen, fiel es mir, wie bei so vielen Frauen hier, wie Schuppen von den Augen.
Ich stieß auf dieses Forum und las HEULEND die ganze Nacht!
Einige Beiträge hätte Ich unterschreiben können... in vielen anderen fand ich mich teilweise wieder... es war verrückt. Schockierend, traurig, aber irgendwie erleichternd und vorallem machte es mir Mut und Hoffnung.
Gleich den folgenden Tag vereinbarte ich einen Termin bei meinem FA zum Entfernen der HS!
Eine Woche später war diese raus.
Mein FA war cool. Ich schilderte ihm meine Vermutung, das einige Symptome von der HS kommen könnten und ich das abändern möchte.
Er war skeptisch, da die Wirkweise ja lokal und gering hormonell sei, aber er stimmte zu.
Wir beobachten die Entwicklung gemeinsam.

Auch meine Psychologin-welche ich inzwischen aufgrund meines Zustandes benötige- fand das Thema hochinteressant und wird, falls sich tatsächlich meine Problematiken auf die HS zurück führen lassen- die Frage nach hormoneller Verhütung in ihre Anamnese aufnehmen.

Hier mein persönlicher Rückblick:
3/18:
Einsetzen der HS
6/18:
Termin Hausarzt: hatte diffuse Schmerzen am Körper (Muskeln, Gelenke)
◇ Bluttests und diverse Untersuchungen ohne Befund
8/18:
Aufsuchen einer Osteopathin, vielleicht sinds ja Blockaden.
◇ keine Blockaden, sondern emotionaler Stress
◇ diffuse Schmerzen blieben
1/19:
massiver juckender Hautausschlag am ganzen Körper verteilt, plötzlich aus dem Nichts
◇ Hautarztuntersuchungen: Bluttests, Borreliose test, Krätzeuntersuchung - alles o.b., Blutwerte top
◇ Nach 3 Monaten wurde es weniger und verschwand plötzlich
- Seit 11/18 - Sommer 19:
zunehmende Darmbeschwerden mit stechenden Schmerzen im Darmbereich, daher im Sommer 19 Darmspiegelung - ohne Befund
2019 allgemein:
- diffuse Schmerzen am Körper bleiben
- Verspannungen beginnen,
- das Gefühl " ich bin krank. Mit mir stimmt was nicht" schleicht sich ein
- ich weine oft, grundlos
- Bin öfter traurig
5/ 2020:
Verspannungen im Schulter Nackenbereich sehr massiv, kann re Arm nicht heben, Kopf kaum drehen
◇ Physiotherapie im Sommer- wird etwas besser, kann zumindest Arm bewegen
Ab 10/2020:
Migräne aller 14 Tage (war früher 1-2× im Vierteljahr)
- dazwischen öfter Kopfweh
Plötzlich KLOßGEFÜHL im Hals: Ängste, ich sei Krank nehmen zu!!!
◇ Hausarzt - Überweisung HNO, Magenspiegelung, Schildrüsensono
◇ HNo - ohne Befund - Überweisung Orthopäde
◇ Orthopäde - massive Verspannugen
◇ Magen, Schildi o.B.
12/20: JETZT GEHT'S ERST LOS!!!
- Brustschmerzen über 14 Tage (da in beiden Brüsten, vmtl zyklzsbedingt)
- ständige Übelkeit , Bauchweh, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Antriebslosigkeit, müde, Appetitlosigkeit - riesige ANGST schwer erkrankt zu sein
1.Panikattacke!!!!
Notaufnahme: CT, Ultraschall Blutwerte - alles o.B.
1/21:
2.Panikattacke:
Notaufnahme: erneute U's ohne Befund.
◇ Ärztin meint psychosomatische Probleme
◇ MRT Bauchraum/ Unterleib o.B. , nur vergrößerten Ovar, soll zum FA
- zeitgleich wieder Brustschmerzen, fühle Knoten
- FA: Ovar i.o., Brustultraschall o.B.
- Kopfschmerzen werden täglicher Begleiter
- Migräne 1x/Woche
- Benommenheit
- Konzentrationsprobleme
-Hoch emotional, aber Aggressiv
- gehe jetzt zu einer Psychologin
7/21:
- Panikattacken, Schmerzen am ganzen Körper
- Depersonalisierung - stehe völlign neben mir, bin nicht mehr ich
- völlige Überforderung bei Kleinigkeiten
- schaffe den Tag nur noch mit Beruhigungsmittel, Tees, Ölen und 2-3 Schmerztabletten
-denke JEDEN Tag, dass ich totkrank bin
- Kämpfe Nachts gegen aufwallende Panik
- Bin sehr depressiv
- nachts derart Rückenschmerzen , dass ich mich nicht drehen kann, nach dem Aufwachen Kopfschmerzen...und sie bleiben
-Herzstechen
Schmerzen an Gelenken, eigentlich am ganzen Körper
- Erneute Osteopathie und Physio: Helfen, aber nur kurzzeitig
- Inzwischen dauerhaftes Gefühl einen Helm mit Milchglasvisir auf zu haben (kein Scherz!!!)
-Augendruck
- ich hab das Gefühl schlechter zu sehen, kann schnellen Bildern nicht folgen!
-Augenarzt: o.B.
Ich werde IRRE, bin völlig VERZWEIFELT
ICH BIN NICHT MEHR ICH! Ich bin ein Schatten meiner Selbst! Denke den GANZEN TAG an Krankheiten und Tod!

Dann stieß ich auf dieses Forum!

2 Tage nach der Entfernung ging es mir gut!
Tatsächlich war dieses Benommenheitsgefühl und das "Milchglasvisir" verschwunden!
Und die nächtlichen Rückenschmerzen ab der ersten Nacht!
Aber gestern, 4 Tage nachdem Ziehen:
-Panikattacke am frühen Morgen im Bett
-Brust (Mamma)- und Herzschmerzen
Am Abend erneute Panikattacke!
- heute Morgen leichte Benommenheit, aber nicht vergleichbar mit letzter Woche
- habe das Gefühl mein Kopfweh wird weniger

....aber mal beobachten!

Ich bin Sehr verunsichert! Habe echt Angst, dass das für immer bleibt. Das würde ich nicht aushalten!

Nun hoffe ich das Beste und das die HS wirklich das alles verursacht hat! Und irgendwann alles wieder gut ist!

Allen Frauen hier und denen die mitlesen und wahrscheinlich auch (mit)leiden ... drücke ich die Daumen!

:smile_heart:

Lisa


Update: 3 Wochen nach dem Ziehen:

Hallo!

Ich hatte so gehofft, eine der Frauen zu sein, denen es schnell gut geht! Aber Pustekuchen!

Nach oder mit den Panikattacken (4 Tage nach Ziehen) kam ein "Herzschmerz", ein stetiges Stechen und Ziehen im linken Brustkorb hinzu. Gefühlte Kurzatmigkeit, Müdigkeit, mir gings/ gehts mies.
War mehrfach kurz davor in die NA zu fahren, aus Angst ein Herzinfarkt steht bevor oder ich hab irgend ne Entzündung im Herz!
Habe Magnesium und B12 eingenommen. Als ich es mal 4-5 Tage vergessen hatte, wurde es besser.
Habe es wieder kombiniert eingenommen und die Beschwerden nahmen zu. Keine Ahnung, ob das wirklich zusammen hängt oder nur Zufall ist.

Seit 3 Tagen habe ich wieder massive Migräne, die ich mit klassischen Schmerztabletten nicht in den Griff bekomme. An Triptane trau ich mich gerade nicht ran, weil die das Herz beeinflussen.
Müdigkeit, Abgeschlagenheit, leichte Übelkeit bestehen.
Mir geht's kurz gesagt- gar nicht gut!!!


Das einzig positive was ich (immer noch) zu berichten habe:
- die nächtlichen Rückenschmerzen habe ich seit dem Tag des Ziehens nicht mehr gehabt!
- Die Benommenheit und das "Helm mit Milchglasvisir"-Gefühl sind verschwunden!

LG an alle!
Lisa, 38 Jahre, 2 kleine Kinder, Kyleena von 3/18 bis 10/21

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